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aus dem Eventrecht

Falscher Elfer?

Von Thomas Waetke 14. September 2010

Ein Fußballspiel zwischen Bahrein und Togo verlor Togo mit 0:3 – allerdings waren die Nationalspieler von Togo wohl nicht echt, sondern irgendwelche Amateure; jedenfalls hatte der Fußballverband von des afrikanischen Staates Togo seine National- mannschaft gar nicht nach Bahrein entsandt.

Zugegeben, auf den ersten Blick hat diese News mit Eventrecht nicht allzuviel zu tun, aber hier kommt die elegante Kurve:

Kann ein Veranstalter einfach einen Künstler austauschen?

1. AGB

Manche Veranstalter schreiben in ihre AGB folgende Klausel: „Programmänderungen vorbehalten“ o.Ä. Die Wirksamkeit dieser Klausel bemisst sich nach § 307 BGB, da der Veranstalter (= Verwender der AGB) seinen Vertragspartner nicht unan- gemessen benachteiligen darf.

Sie können die Wirksamkeit von AGB-Klauseln mit einem einfachen Trick prüfen (der geübte Jurist möge mir ob der Grobheit bitte verzeihen): Bilden Sie einen extremen Fall und überlegen, ob die Anwendbarkeit der Klausel dann immer noch fair wäre. Hier ein Beispiel für einen extremen Fall für die Programmänderungs-Klausel:

Der Veranstalter Viktor kündigt den Superstar Robbie Williams an und verkauft Tickets zu entsprechenden Preisen. Tatsächlich erscheint auf der Bühne: Viktors 7-jähriger Neffe Robert-Willy. Dürfte sich jetzt Viktor auf seine Klausel berufen können? Wohl nein.

Letztlich ist die Klausel unwirksam, da der Besucher durch sie sehr wohl benachteiligt wird; er hat mit dem Veranstalter einen Vertrag geschlossen mit dem Vertragsinhalt „Künstler XYZ“. Wenn dann der Veranstalter nur den „Künstler ABC“ liefert, dann ist das eben keine Vertragserfüllung.

 Hinweis:  Die Klausel wird nicht wirksam werden, nur weil der Vertragspartner die Unwirksamkeit erkennt und/oder den Vertrag ausdrücklich unterschreibt. Ist die Klausel objektiv gesehen unwirksam, dann bleibt sie immer unwirksam.

2. Unwesentliche Änderung

Wenn allerdings nur der Background-Sänder Nr. 24 hinten links ausgetauscht wird, den keiner kennt und auf den es nicht ankommt, dann ist das kein Problem: Diese Veränderung des Vertragsinhalt ist derart unwesentlich, dass der Besucher sie hinnehmen muss.

3. Ansprüche

Wenn der Veranstalter seinen Vertrag nicht erfüllt, kann er vom Veranstalter das bereits bezahlte Eintrittsgeld zurückverlangen.