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aus dem Eventrecht

Falsche Helfer zocken ab

Von Thomas Waetke 7. November 2010

Die Masche ist ja nicht wirklich neu, aber in diesem Fall doch zumindest aufwendig: Ein Ehepaar in Baden-Baden (Baden-Württemberg) hatte einen ausgemusterten Notarztwagen umgebaut, gelb lackiert (wie so manche Rettungsfahrzeuge heute eben aussehen) und „International Medical“ auf die Türen geschrieben.

Mit diesem Fahrzeug täuschten sie vor, behördliche Maßnahmen ergreifen zu dürfen, als bspw. ein Fahrzeug eine unerlaubte Abfahrt von der Autobahn nehmen wollte und verlangten eine „Spende“ von 20 Euro. Die Masche fiel nun auf, nachdem sich ein Autofahrer bei der Polizei über das doch unfreundliche Auftreten des Pärchens beschwert hatte. Die Polizei hat das Blaulich beschlagnahmt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wie jetzt die Kurve zum Veranstaltungsrecht bekommen? Ganz einfach: Es ist ja auch schon vorgekommen, dass sich Mitarbeiter als ausgebildete Veranstaltungstechniker u.a. ausgegeben haben.

Der Auftraggeber sollte im eigenen Interesse vor Auftragsvergabe prüfen, ob der Auftragnehmer die behauptete Qualifikation tatsächlich hat. Dies kann in Form von Referenzen sein, oder zumindest durch Vorlage von Zeugnissen und Bescheinigungen.

Warum?

Im Regelfall haftet der Auftraggeber für das (Feh-)Verhalten seiner Auftragnehmer. Verursachen die also einen Schaden, muss der Auftraggeber dafür gerade stehen. Bei den Auftragnehmern kann es sich um so genannte Erfüllungsgehilfen oder Verrichtungsgehilfen handeln. Während man für seinen Erfüllungsgehilfen immer haftet, kann man eine Haftung für seinen Verrichtungsgehilfen verhindern, indem man beweisen kann, diesen Gehilfen sorgfältig ausgewählt und überwacht zu haben. Ein solcher Entlastungsbeweis gelingt aber nur, wenn man sich vorher die Mühe gemacht hat, Referenzen einzuholen und Zeugnisse zu prüfen.