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aus dem Eventrecht

Facebook-Party: 150 statt 20 Gäste

Von Thomas Waetke 13. April 2012

Im bayerischen Dachau musste vergangene Woche die Polizei einer 16-jährigen Veranstalterin zu Hilfe kommen, die 20 Leute eingeladen hatte, sich dann aber 150 „Gästen“ gegenüber sah.

Die Polizei beendete die Party und schickte die Gäste nach Hause. Die Wohnung musste dann u.a. von rohen Eiern befreit werden. Das Mädchen hatte über Facebook zu seiner Party eingeladen, die Eltern waren nicht zu Hause.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Auch bei professionellen Veranstaltungen kommt es vor, dass der einladende Veranstalter vom Ansturm der Gäste überrascht wird.

Viel Werbung, ausgefallene Parallel-Veranstaltungen, gutes Wetter, Facebook-Werbung, gelungenes Konzept… es gibt viele Kriterien, die für den Ansturm sorgen können.

Die Pflicht, nicht mehr Personen als zulässig einzulassen, ergibt sich für den Veranstalter

  • aus den Verkehrssicherungspflichten,
  • ggf. aufgrund behördlicher Vorgaben,
  • ggf. aus dem Mietvertrag, in dem er sich zumindest gegenüber dem Vermieter verpflichtet.

Für den Betreiber ergibt sich die Pflicht

Im Übrigen ist auch dafür der Ordnungsdienst (mit-)verantwortlich, siehe § 43 Abs. 4 MVStättV.

So richtig überrascht werden dürften die Verantwortlichen also von einem Besucheransturm nicht, da sie ja ohnehin für diese Pflicht vorsorgen müssen.

Allenfalls bei Veranstaltungen, die bisher jahrelang mit niedrigen Besucherzahlen vor sich hindümpelten, müssen die Verantwortlichen ggf. nicht mit einem plötzlichen Besucheransturm rechnen.