News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Facebook-Parties aufgelöst

Von Thomas Waetke 13. Juni 2011

In Hamburg ist eine über Facebook initierte Party an einem Baggersee mit ca. 650 Teilnehmern eskaliert. Anwohner beschwerten sich reihenweise über Lärm, zwischen mehreren Personen gab es Schlägereien.

Die Polizei musste mit drei Dutzend Beamten eingreifen und nahm mehrere Personen fest. Die Veranstaltung wurde durch die Polizei aufgelöst. Der Steuerzahler darf vorerst die Beseitigung des zurückgelassenen Mülls bezahlen. Bisher konnte die Polizei zumindest den Facebook-Nutzer ausfindig machen, der zur Party eingeladen hatte.

In München hatte die Polizei eine Facebook-Party in einer U-Bahn aufgelöst. Ca. 250 Personen drängten in eine U-Bahn, um dort zu feiern. Mithilfe eines größeren Polizeiaufgebotes mussten die teilweise sehr betrunkenen Personen auseinandergetrieben werden.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Auch in Frankreich wurde jüngst eine über Facebook initiierte Party von der Polizei verboten, nachdem es schon in früheren Jahren immer zu Problemen kam und das Gelände mit Müll übersät zurückgelassen wurde.

Solcherlei „Veranstaltungen“ nehmen allmählich ein besorgniserregendes Ausmaß an. Es scheint cool und lustig zu sein, zu solchen Veranstaltungen einzuladen oder daran teilzunehmen.

Dass dabei Recht und Ordnung wissentlich außen vor bleiben, scheint niemanden zu stören.

Ich persönlich hoffe, dass möglichst bald einmal ein Initiator bzw. Veranstalter zur Verantwortung gezogen wird und bspw. den Polizeieinsatz sowie Müllentsorgung usw. zahlen darf – bevor ein Teilnehmer oder ein Unbeteiligter ernsthaft zu Schaden kommt, da ja die „Veranstaltung“ naturgemäß in keinster Weise sicherheitsrechtlich organisiert ist.

Dazu gehört aber, dass ein Verantwortlicher vor Ort identifiziert wird, oder er bei Facebook enttarnt wird (also die Polizei an die Klardaten herankommt, die hinter dem Profil stecken).

Interessant wäre aber auch einmal, ein quasi gesamtschuldnerisches Verhältnis aller Teilnehmer anzunehmen, so dass alle Teilnehmer (bzw. die, die von der Polizei festgehalten werden können) gemeinsam haften (siehe § 830 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB).