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aus dem Eventrecht

Evakuierung wegen Unwetter

Von Thomas Waetke 30. August 2010

Die Veranstaltung von Shakespeares „Venus & Adonis“ stand vor einer besonderen Herausforderung: 1.000 Besucher an Land und 240 Besucher in Gondeln auf dem Wörlitzer See wurden plötzlich von einem Unwetter überrascht, als gerade das Feuerwerk gezündet werden sollte. Der Verantwortlich entschied sich für einen Abbruch der Aufführung; die Feuerwehr informierte das Publikum, als es plötzlich wie aus Eimern schüttete. Besonders knifflig war dann die Evakuierung der 240 Besucher, die in insgesamt 20 kleinen Booten („Gondeln“) auf dem See schipperten. Aus Zeitmangel, eine Anlegestelle zu suchen, wurden die Gondeln mit Hilfe der Feuerwehren durch den Schilfgürtel herausgezogen. Manche Besucher hätten panisch reagiert, so die Feuerwehr. Behindert wurde der Einsatz durch schaulustige Besucher, die wohl meinten, dass die Veranstaltung nur unterbrochen, und nicht abgebrochen sei. Verletzt wurde niemand.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Nach eigenen Angaben war der Veranstalter auf Nieselregen vorbereitet, da nach den Wettervorhersagen das angekündigte Gewitter erst später hätte erfolgen sollen. Im Open-Air-Bereich spielt eine wesentliche Rolle die Wetterbeobachtung, damit der Veranstalter die zumutbaren und erforderlichen Maßnahmen zum Schutz seiner Besucher ergreifen kann.

Ersichtlich muss der Veranstalter auch immer mit der Unvernunft der Besucher oder von Zaungästen rechnen, die eine Gefahr nicht erkennen bzw. falsch einschätzen und dadurch Rettungsmaßnahmen behindern können.

Es gibt auch viele schöne Ideen, den Besucher bzw. zahlenden Gast zu beglücken und zu überraschen (wie eben die Ausfahrt in einer Gondel, von der aus das Geschehen beobachtet werden kann). Dann muss der Veranstalter aber auch, wie offenbar geschehen, damit rechnen, dass die Gondeln evakuiert werden müssen und sich im Vorfeld hierzu Gedanken machen.

Da die Veranstaltung bei Abbruch bereits weit fortgeschritten war, haben die Besucher keinen Anspruch auf Rückerstattung der Eintrittsgelder.