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aus dem Eventrecht

Erwachsene müssen draußen bleiben

Von Thomas Waetke 3. April 2013

Wer als Erwachsener ohne Begleitung von Kindern in das Legoland-Erlebnishaus in Oberhausen möchte, darf nicht rein. Nach Angaben des Betreibers sei das Standard, da die Ausstellung für Kinder gemacht sei. Das Problem:

Man hat jede Menge Freikarten verteilt, auf denen sich kein Hinweis darauf befindet, dass man nur in Begleitung von Kindern hineinkomme.

Nur wer auf der Webseite Tickets kaufe, könne über einen versteckten Hinweis erkennen, dass er nur in Kinderbegleitung Einlass finden kann. Der Betreiber versprach nun, diesen Hinweis deutlicher zu gestalten.

Wie schaut es aber aus, wenn ein Erwachsener eine Freikarte hat?

1.) Der Grundsatz

Zwischen Besucher und Veranstalter kommt ein Besuchsvertrag zustande. Hierfür gibt regelmäßig der Besucher das Angebot ab, das der Veranstalter nun annehmen kann – oder auch nicht. Solange der Veranstalter den Besucher nicht diskriminiert (siehe hier), kann er frei entscheiden, wessen Angebot er annimmt (= wen er einlässt) und welches Angebot er ablehnt (= wen er nicht einlässt).

2.) Freikarten

Wenn der Besucher bereits im Besitz einer (Frei-)Karte ist, dann hat er damit auch den Anspruch erworben, in die Veranstaltung eingelassen zu werden.

Im oben genannten Beispiel des Legolandes kann nun der Betreiber den Besucher nicht mehr rechtmäßig abweisen, wenn die Bedingung „nur mit Kind“ nicht auch auf der Karte aufgedruckt ist.