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aus dem Eventrecht

Erschreckende Auswüchse auf Stadtfest

Von Thomas Waetke 6. Oktober 2011

Beim Stadtfest in Barsinghausen (Niedersachsen) kam es (bereits Ende August) zu gewalttätigen Szenen: Rund 150 Jugendliche randalierten auf dem Stadtfest und attackierten die Polizei.

Die Jugendlichen warfen mit Bierkrügen und besprühten Polizeibeamte mit Pfefferspray. Ein Jugendlicher hatte sogar versucht, einem Beamten die Schusswaffe abzunehmen. Offenbar waren die Jugendlichen erheblich alkoholisiert; Verantwortliche des Organisationsteams des Stadtfestes hatten zuvor auch mehrfach verschiedene Standbetreiber auffordern müssen, zum Ende des Fests den Getränkeverkauf einzustellen. 60 Polizeibeamte waren im Einsatz, 25 Personen wurden verletzt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Alkohol war schon immer ein Problem auf Veranstaltungen, und jeder Veranstalter sollte das Thema ernst nehmen, allein schon im eigenen Interesse.

Wie gesehen, ist auch wichtig, den/die Standbetreiber auf der eigenen Veranstaltung dazu zu bringen, sich an die Regeln zu halten: Ausschankende zum vereinbarten Zeitpunkt, kein Ausschank an erkennbar Betrunkene usw.

Empfehlenswerterweise sollte ein Standbetreiber schon möglichst früh in der Planungsphase bzw. Vertragsverhandlungsphase auf das Thema sensibilisiert und die Regeln schriftlich festgehalten werden – und ihm schmerzhafte Strafen („Vertragsstrafe“, „Konventionalstrafe“) angedroht werden, wenn er sich nicht an die Vereinbarungen hält.

Gleiches gilt auch für andere sicherheitsrelevante Themen wie bspw. auch den Arbeitsschutz. Wenn man erst auf beim Aufbau damit ankommt, erreicht man die verantwortlichen Personen bei den beteiligten Unternehmen möglicherweise nicht mehr. Je früher solche Themen „aufgegleist“ werden, desto eher kann man diese steuern und notfalls uninteressierte oder unvernünftig erscheinende Unternehmen ausscheiden.

So kann man als Planer bspw. schon beim Erstkontakt klarstellen: „Folgende Themen sind uns wichtig und sollten auch bei Ihrer Arbeit eine wesentliche Grundlage sein: Arbeitsschutz, Jugendschutz und Sicherheit.“