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Emmendingen: Toter bei Festabbau

Emmendingen: Toter bei Festabbau

Von Thomas Waetke 10. September 2015

Bei Abbauarbeiten nach einem Fest auf einer Wiese in Gutach bei Emmendingen (Baden-Württemberg) ist am Dienstag ein 33-jähriger Festbesucher überfahren worden. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf verstarb. Der Mann lag offenbar schlafend auf einer unbeleuchteten Wiese, über die der Abbauhelfer mit einem Kleintransporter fuhr.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Unabhängig von dem geschilderten Unfall, da ich die genauen Details nicht kenne: Beim Abbau arbeiten oftmals dieselben Helfer, die auch beim Aufbau und vielleicht sogar während der Veranstaltung geholfen haben – dementsprechend viele Stunden sind sie auf den Beinen; ungeachtet von arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften bzgl. der maximalen Arbeitszeit liegt auf der Hand, dass man dann nicht mehr ganz fit und aufmerksam ist, auch bedingt durch Dunkelheit und Kälte. Umso höher sind die Fürsorgepflichten für Arbeitgeber und Verantwortliche.

Ein paar allgemeine Empfehlungen:

  • Zum Abbau nur ausgeruhte Arbeitskräfte einsetzen.
  • Bei Abbau in Dunkelheit Mitarbeiter mit entsprechender Bekleidung ausrüsten (z.B. Warnweste).
  • Gelände ausreichend hell ausleuchten.
  • Gelände und Fahrtwege kontrollieren.
  • Vorgegebene Fahrtwege ausschildern und ggf. abgrenzen.
  • Vorgabe an Fahrer, nur bestimmte Wege zu befahren.
  • Rangieren und Rückwärtsfahren auf dem Gelände nur mit Einweiser.
  • Schritttempo auf dem Veranstaltungsgelände.
  • Im Fahrzeug Radio ausschalten, Handverbot (gilt ja sowieso), und ein Fenster runterlassen, damit man ggf. Warnrufe hören kann.
  • Ausreichend Zeit für Abbauarbeiten einplanen, damit keine Hektik entsteht.
  • Ggf. Ein- und Ausfahrten von Lieferfahrzeugen koordinieren.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Notarztwagen mit Aufschrift auf der Tür (Symbolbild): © Felix Abraham - Fotolia.com