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Eintrittspreis bei Ausstellungen mit nicht-dauerhaften Exponaten

Eintrittspreis bei Ausstellungen mit nicht-dauerhaften Exponaten

Von Thomas Waetke 4. Februar 2019

Verkauft ein Veranstalter Eintrittskarten an Besucher, so stellt sich die wichtige – und oftmals schwierige – Frage, mit welchem Umsatzsteuersatz der Eintrittspreis zu versteuern ist.

Das Risiko: Geht der Veranstalter fälschlicherweise von einem Steuersatz von nur 7 % aus, verlangt er auch nur 7 % vom Besucher. Er legt einen Nettopreis fest, der bestenfalls auf einer Kalkulation beruht, und rechnet darauf die 7 %. Stellt sich später heraus, dass er richtigerweise 19 % abführen muss, dann fehlen ihm kalkulatorisch natürlich 12 % – die er auch vom Besucher nicht nachfordern kann.

Umgekehrt kann er nicht einfach “vorsichtshalber” 19 % berechnen und fordern, aber nur 7 % abführen, wenn er eigentlich von 7% ausgeht.

Einen Streit um eben den richtigen Umsatzsteuersatz hat der Bundesfinanzhof nun für themenbezogene Ausstellungen entschieden.

Der Veranstalter organisierte Ausstellungen mit Eisskulpturen, die von Künstlern geschaffen wurden, und naturgemäß irgendwann wieder verschwanden. Besucher konnten diese Ausstellungen gegen Eintrittsgeld besuchen. Der Veranstalter legte dabei einen Umsatzsteuersatz von 7 % zugrunde und berief sich auf die Ausnahmeregelung für Museen in § 12 Abs. 2 Nr. 7a UStG.

Das Finanzamt wollte aber 19 % haben mit dem Argument, dass der Veranstalter keine Sammlung wie ein Museum unterhalte, sondern nur Gegenstände vorübergehend ausstellen würde.

Der Bundesfinanzhof gab nun in letzter Instanz dem Veranstalter recht: Der reduzierte Umsatzsteuersatz gelte auch für Eintrittspreise in Sammlungen von Kunstgegenständen, die eigens für die Ausstellung und damit nur vorübergehend, nicht aber dauerhaft zusammengestellt wurden.

Es komme nicht darauf an, so die obersten Finanzrichter, ob z.B. Sonderausstellungen komplett aus den Sammlungsbeständen anderer Einrichtungen oder privater Leihgeber zusammengestellt seien oder aber nur zu einem geringen Anteil aus der eigenen Sammlung bestückt werden.

Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil auch darauf hingewiesen, dass diese Entscheidung auch für sog. Wanderausstellungen von Bedeutung sein könnte, die an unterschiedlichen Orten gegen Eintrittsgeld zugänglich sind.

 

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