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aus dem Eventrecht

Eintrittskarten: Leistungsort bei Verkauf durch Nicht-Veranstalter

Von Thomas Waetke 18. Juli 2013

Bekanntlich ist der Preis der Eintrittskarte mit der Umsatzsteuer zu belegen, da es sich um einen Leistungsaustausch handelt. Gerade im grenzüberschreitenden Verkehr stellt sich die Frage, nach welchem nationalen Steuerrecht die Umsatzsteuer gilt. Für die Umsatzsteuer ist beim Verkauf der Eintrittskarte bisher maßgeblich der Ort der Leistung: Der Veranstaltungsort, soweit die Karte durch den Veranstalter verkauft wird. Fraglich war, welcher Ort gilt, wenn nicht der Veranstalter selbst, sondern ein anderes Unternehmen die Eintrittskarten verkauft.

Hintergrund ist die (in Deutschland aufgrund einer EU-Vorgabe umgesetzte) Regelung in § 3a Abs. 3 Nr. 3a und Nr. 5 UStG.

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich nun darauf verständigt, dass der maßgeblich Ort „Veranstaltungsort“ nicht nur – wie bisher – gelten soll, wenn der Veranstalter die Tickets verkauft, sondern auch ein Nicht-Veranstalter.

Mit Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 10.06.2013 wird der Umsatzsteuer-Anwendungserlass vom 01.10.2010 (kurz UStAE) entsprechend geändert:

  • Absatz 2 des Abschnitts 3a.6 UStAE (siehe Seite 161) wird also ergänzt: „Die Regelung ist auch anzuwenden beim Verkauf von Eintrittskarten für kulturelle, künstlerische, wissenschaftliche, unterrichtende, sportliche, unterhaltende oder ähnliche Veranstaltungen durch einen anderen Unternehmer als den Veranstalter…“
  • Satz 1 im Absatz 13 des Abschnitts 3a.6 UStAE (siehe Seite 162) wird wie folgt ergänzt: „… die Regelung ist auch anzuwenden beim Verkauf von Eintrittskarten im eigenen/fremdem Namen und auf eigene Rechnung durch einen anderen Unternehmer als den Veranstalter an einen Unternehmer für dessen unternehmerischen Bereich oder an eine einem Unternehmer gleichgestellte juristische Person.“

Die Regelungen gelten für Umsätze, die nach dem 30.06.2013 ausgeführt werden.