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aus dem Eventrecht

Eine Provinzposse?

Von Thomas Waetke 1. Dezember 2010

Ein Veranstalter wollte in einer mittelgroßen deutschen Stadt ein Musikkonzert veranstalten und stellt dazu u.a. einen Antrag bei der zuständigen Behörde bzgl. diverser Genehmigungen.

Die Post, die der Veranstalter von der Behörde erhielt, war unerfreulich: Die Stadt wollte die Genehmigung nicht erteilen, da man schlechte Erfahrungen mit auswärtigen Veranstaltern gemacht habe insbesondere wegen des Lärms und Müllbeseitigung.

Der Veranstalter legte ein Konzept vor, dass insbesondere den Lärmschutz und das Müllproblem berücksichtigte und bot an, eine entsprechende Kaution zu hinterlegen. Die Stadt lehnte erneut ab bzw. bot nun ihrerseits an, dass die Veranstaltung genehmigt werden würde, wenn der Veranstalter persönlich (!) garantiere (!), dass der Lärm zu messen an der Eingangstüre der Versammlungsstätte (!) zu keinem Zeitpunkt über 30 d(B) (!) liegen würde. Wohlgemerkt, die Halle liegt in einem Gewerbegebiet, nach Angaben des Vermieters liegt die nächste bewohnte Wohnung ca. 800 Meter entfernt. Der Veranstalter weiß von örtlichen Veranstaltern, dass es dort keine solche Auflagen gibt. Und: Schon der normale Straßenverkehrslärm ist lauter als das, was die Stadt maximal genehmigen würde.