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aus dem Eventrecht

„Ein Dorf gegen den Pippi-Party-Wahn“

Von Thomas Waetke 8. April 2011

Im Online-Auftritt der Süddeutschen Zeitung äußert sich der Bürgermeister der Stadt Eurasburg zu Plakaten, mit denen Veranstalter für ihre Partys werben. Das „Problem“: Die Werbeplakate sind durchaus anstößig.

So wird bspw. für Partys geworben, bei denen die Besucher solange kostenlos trinken – korrekter: saufen – dürfen, bis der erste Besucher auf die Toilette muss. Oder es finden sich halbnackte Frauen und Alkoholflaschen auf dem Plakate. Lesen Sie hier das Interview auf sueddeutsche.de.

Solcherart Werbung ist durchaus auch rechtlich fragwürdig, da sie nicht nur zum Partymachen einladen soll, sondern klarstellt: Bei uns gibt´s Alkohol in rauhen Mengen. Wie wir aber bereits berichtet haben, gibt es in jüngster Zeit vermehrt die Tendenz, einem Gastwirt wegen Unzuverlässigkeit die Konzession zu entziehen, wenn er seine Werbung hauptsächlich auf den Alkoholkonsum auslegt.

Nachdem offensichtlich die meisten Probleme in den frühen Morgenstunden auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind (Schlägereien, Verkehrsunfälle usw.) wäre es begrüßenswert, wenn die Behörden und Gerichte hier diese Linie konsequent durchziehen würden. Dies gilt umso mehr mit Blick auf den Jugendschutz.

Wie schon mehrfach mitgeteilt, handelt in Baden-Württemberg sogar ordnungswidrig, wer alkoholische Getränke anbietet oder vermarktet, um dadurch dem übermäßigen Alkoholkonsum Vorschub zu leisten (§ 3 GastG-Baden-Württemberg).