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152/18 Ed Sheeran doch noch in Düsseldorf?

152/18 Ed Sheeran doch noch in Düsseldorf?

by 13. Juni 2018

Das geplante Konzert von Ed Sheeran in Düsseldorfvor 85.000 Fans steht (weiterhin) auf der Kippe: Eigentlich hätte gestern im Stadtrat darüber abgestimmt werden sollen, und nach einem Rückzieher der CDU-Fraktion hätte die erforderliche Mehrheit dafür gefehlt, für das Konzert eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Das geplante Grundstück für das große Open-Air-Konzert ist normalerweise ein Parkplatz für Messebesucher. Es müssten ca. 100 Bäume gefällt werden, zuletzt wurden aber auch Bedenken mit Blick auf die Parksituation und Sicherheitsfragen laut. So hatte die „Westdeutsche Zeitung“ den Verkehrsforscher Michael Schreckenberg zitiert, der auch in die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe in Duisburg involviert war; er sieht in dem Vorhaben eine „hastig geplante“ Veranstaltung, „deren Planungszeit nicht ausreicht, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten“.

Fraglich sei außerdem, ob es um lediglich ein einziges Konzert auf dem Gelände gehe oder ob Sheerans Auftritt nur der Auftakt wäre für eine ganze Reihe großer Events. „Das wäre dann in einem Verfahren gänzlich ohne Bürgerbeteiligung abgesegnet. Und das wollen wir nicht“, so die CDU: „Es gibt einfach noch zu viele offene Fragen, die unter dem Druck der Zeit nicht beantwortet werden können.“

Die SPD, die auch den Bürgermeister stellt, ist empört: Das Konzert solle nun offenbar „politischen Erwägungen geopfert“ werden. Auf dem Gelände der Düsseldorfer Messeparkplätze solle „die größte urbane Eventfläche Nordrhein-Westfalens“ entstehen. Sie sei hervorragend angebunden und bestens geeignet.

Für den Veranstalter steht viel auf dem Spiel: Es fehlt einerseits die Genehmigung, andererseits sind die Tickets bereits verkauft: Die Planung des Konzerts sei mit genug Vorlauf erfolgt, teilt der Konzertveranstalter FKP Scorpio mit. Schon vor Monaten hätten die Behörden signalisiert, dass das Konzert machbar sei, dementsprechend überrascht sei man nun, dass die Genehmigung doch noch fraglich sei.

Die Abstimmung wurde nun verschoben, nachdem die zuständige Dezernentin ihren Vorlagebeschluss kurzfristig zurückgezogen hatte.

Das passiert nicht selten: Der Veranstalter erhält oftmals die Genehmigung erst kurz vor knapp, manchmal sogar erst am Tag der Veranstaltung – aber die Eintrittskarten sind schon verkauft. Das erhöht natürlich den Druck auf alle Beteiligten. Ich kenne genug Fälle, da ist das genau die Absicht der Veranstalter: Man will Druck auf die Genehmigungsbehörden machen. Andererseits gibt es auch die Fälle, in denen die Genehmigung frühzeitig beantragt wird, und in Vorgesprächen auch positive Signale gesendet werden – und sich der Veranstalter dann im guten Glauben darauf verlässt und bereits mit konkreten Planungen beginnt. Der Haken dann: Manchmal stehen viele Details, die für eine Genehmigung notwendig sind, noch nicht fest und ergeben sich erst aus vielen Gesprächen mit den vielen Beteiligten. Alle Beteiligten brauchen auch Ihre Zeit für die Bearbeitung. Und so geht die Zeit ins Land.

Fatal würde es dann natürlich, wenn letztendlich die Genehmigung nicht erteilt wird, weil die Genehmigungsbehörde von der Rechtmäßigkeit der Genehmigung überzeugt ist, sondern nur, weil der politische und/oder wirtschaftliche Druck zu groß wird, und deshalb Umwelt- oder Sicherheitsbedenken hintenangestellt würden.

 

Ich bin Rechtsanwalt und Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und der Herausgeber und Autor hier auf eventfaq.de. Hier lesen Sie mehr über mich.

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Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Besucher vor Konzertbühne (rot/blaues Licht, Bühne links oben): © shocky - Fotolia.com