News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Duisburg: War defekter Gullydeckel Auslöser?

Von Thomas Waetke 17. September 2010

Nach Berichten im WDR-Fernsehen könnte ein defekter Gully-Deckel auf der Zugangsrampe zum Veranstaltungsgelände bei der Loveparade am 24.07.2010 Auslöser der Katastrophe sein, die zu 21 Toten und über 500 Verletzten geführt hat.

Der Gullydeckel soll mit drei Bauzäunen „gesichert“ worden sein; nach Zeugenangaben …

sollen Personen dort gestolpert sein. Eine Zeugin hat berichtet, dass sie kurz vor dem Unglück bis zum Oberschenkel in das Loch abgerutscht sei. Nach Informationen der „Aktuellen Stunde“ soll sich nun auch die ermittelnde Staatsanwaltschaft mit der Frage beschäftigen, inwieweit der defekte Gullydeckel vielleicht (Mit-)Auslöser der Katastrophe ist.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das Thema betrifft u.a. die so genannten Verkehrssicherungspflichten: Wer einen „Verkehr“ eröffnet, ist für dessen Sicherung verantwortlich; anders ausgedrückt: Wer eine gefährliche Situation herbeiführt, muss Dritte vor dieser schützen. Wenn sich auf dem Veranstaltungsgelände ein See befindet, muss der Veranstalter Maßnahmen treffen, um ein Ertrinken von Besuchern zu verhindern. Daher ist durchaus denkbar, dass auch der im Eingangsbereich befindliche defekte und ggf. fehlerhaft abgesicherter (warum wurde er nicht zuvor ordentlich repariert?) Gullydeckel zu einer Verletzung von Verkehrssicherungspflichten führt. Dann muss allerdings – wie ansonsten ja auch – geprüft werden, wer für diese Verletzung verantwortlich ist. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag „Beispiele für Verkehrssicherung„.