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aus dem Eventrecht

Duisburg: Verletztenzahl nach oben korrigiert

Von Thomas Waetke 26. Juli 2010

Nach der Katastrophe in Duisburg am vergangenen Samstag hat die Staatsanwaltschaft die Zahl der Verletzten auf 511 nach oben korrigiert. 43 Menschen seien noch im Krankenhaus, darunter eine Person, die noch in Lebensgefahr schwebe.

Der Veranstalter der Loveparade hat zwischenzeitlich das Aus der Parade bekannt gegeben, „aus Respekt“ vor den Opfern.

Die Vorwürfe gegen die Stadt und den Veranstalter werden indes immer heftiger. Pressemeldungen zufolge soll das Bauamt wenige Tage vor der Veranstaltung die Veranstalter von Vorschriften über die Fluchtwegbreite befreit haben. Auch soll auf die Erstellung von Feuerwehrplänen verzichtet worden sein. Ob dieser Umstand allerdings für das Unglück (mit-)verantwortlich ist, ist fraglich, da das Unglück unbestreitbar beim Befüllen des Veranstaltungsplatzes passiert ist, und nicht beim Entleeren (wozu die Fluchtwege dann gedacht sind). Im selben Dokument, das spiegel.de vorliegt, soll auch nur eine Personenzahl von 250.000 für das Gelände zugelassen worden sein. Zuvor hatte der Veranstalter allerdings die Zulassung für 500.000 Personen beantragt. Auch hier ist fraglich, ob es einen Zusammenhang zum Unglück gibt: Das Unglück ist auf einem Zugang zum Veranstaltungsgelände passiert, und nicht darin. Interessanter dürfte daher die Frage sein, ob man (wer genau?!) mit einem so großen Zustrom von Besuchern und der Ballung im Tunnel hat rechnen müssen.

Die Staatsanwaltschaft hat zwischenzeitlich Unterlagen bei der Stadt und beim Veranstalter beschlagnahmt. Es werden eine Menge Frage rechtlich zu aufzuarbeiten sein.