News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Dürfen von einem Konzert Aufnahmen gemacht werden?

Dürfen von einem Konzert Aufnahmen gemacht werden?

Von Thomas Waetke 10. November 2011

Auf der Bühne steht der bekannte Musiker Bert. Im Besucherraum steht der Fan Frank und macht mit seiner Handykamera Fotos. Veranstalterin Veronika hat auf dem FOH eine Videokamera aufgestellt, die die Show aufzeichnet. Ist das erlaubt?

1. Fotos

Hier muss unterschieden werden, was genau fotografiert wird. Da es hier eine große Menge von Ausnahmen und Ausnahmen dieser Ausnahmen gibt, können wir die Antworten nur stark pauschalisiert darstellen.

a. Fotos von Menschen („Persönlichkeitsrecht“ bzw. „Recht am Bild“)

  • Diese müssen grundsätzlich um Erlaubnis gefragt werden. Es spielt keine Rolle, ob das Foto später privat oder gewerblich genutzt wird.
  • Ausnahmen: Es wird eine Menschenmenge fotografiert.

Lesen Sie dazu unseren aktuellen Beitrag:

Veranstaltung Fotos DSGVO: Was muss man bei Fotos von Besuchern beachten?

b. Fotos von urheberrechtlich geschützten Werken (z.B. das Bühnenbild)

  • Diese dürfen für den rein privaten Gebrauch (Foto an der Wohnzimmerwand) fotografiert werden (siehe § 53 Abs. 1 UrhG).
  • Wird aber die Aufführung fotografiert, ist das nicht ohne Zustimmung des Urhebers bzw. Künstlers zulässig (siehe § 53 Abs. 7 UrhG).
  • Für den nicht privaten Bereich ist grundsätzlich die Zustimmung des Urhebers erforderlich. Zwei von mehreren möglichen Ausnahmen: Die Werke sind rein nebensächlich und eher zufällig im Bild (siehe § 57 UrhG). Oder die Werke befinden sich an einem öffentlichen Platz unter freiem Himmel (Beispiel: Bühne steht vor geschütztem Gebäude, siehe § 59 UrhG).

c. Fotos von sonstigen Sachen

Was nicht urheberrechtlich oder durch das Persönlichkeitsrecht geschützt ist, darf grundsätzlich fotografiert werden.

2. Video

Grundsätzlich gilt hier das gleiche wie bei den Fotos.

Ein Video ist auch für den privaten Gebrauch nur mit Zustimmung des Urhebers zulässig (siehe § 53 Abs. 7 UrhG). Bei einem Konzertmitschnitt ist hier bspw. an die Zustimmung zu denken von:

  1. dem Komponisten/GEMA,
  2. dem Interpreten/GVL,
  3. dem Veranstalters (siehe § 81 UrhG),
  4. ggf. auch dem Bühnenbildner oder Lichtdesigner.

Das heißt:

Der Veranstalter muss sich im Vorfeld überlegen, ob und inwieweit er mit dem Künstler dieses Thema im Vertrag regelt.

Manche Künstler verlangen vom Veranstalter, dass er Fotoaufnahmen durch die Besucher unterbindet. Dieses Verlangen stößt allerdings im Zeitalter von Kleinstkameras und Handykameras an natürliche Grenzen, weshalb hier beidseits eine sorgfältige Formulierung im Vertrag gewählt werden muss.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):