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aus dem Eventrecht

Du sollst nicht lügen!

Von Thomas Waetke 22. Juli 2013

Du sollst nicht lügen… das gilt auch gegenüber der Versicherung, wenn man nach einem Schaden den Versicherungsschutz beanspruchen möchte. Die Versicherung möchte dann gerne wissen, wie es zu dem Schaden gekommen ist. Wer hier die Unwahrheit sagt, verliert seinen Versicherungsschutz, hat nun das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden.

Es spielt dabei sogar keine Rolle, ob bei wahrheitsgemäßen Angaben des Versicherungsnehmers der Tathergang vom Versicherungsschutz erfasst worden wäre. Alleine die Unwahrheit berechtige die Versicherung dazu, die Leistungen zu verweigern.

Dies gilt auch, wenn der vom Versicherungsnehmer beauftragte Versicherungsmakler den Tipp gibt, dass man den Schadenshergang anders formulieren solle, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Versicherung nachher auch zahle. Diesen „Tipp“ müsse sich der Versicherungsnehmer zurechnen lassen. Blöd dann auch: Selbst nach solch einem Tipp den Versicherungsmakler in Regress zu nehmen, könnte ggf. scheitern, weil man dem Versicherungsnehmer natürlich vorwerfen kann, dass er von dem Täuschungsmanöver ja wusste.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Versicherungen sind gemeinhin nicht blöd, falsche Angaben können auch schnell als versuchter Betrug gewertet werden, dann macht man sich gleich noch strafbar.

Auch bei Abschluss der Versicherung sollte man nichts übertreiben oder verschweigen, nur um sich in gutem Licht darzustellen. Kommt das später raus, kann auch deshalb der Versicherungsschutz entfallen. So erging es bspw. dem Veranstalter einer Tournee mit Heino: Man hatte extra eine Ausfallversicherung abgeschlossen für den Fall des krankheitsbedingten Ausfall von Heino. Als der dann tatsächlich auch erkrankte und die Konzerte abgesagt werden mussten, wollte der Veranstalter vom Versicherer den Schaden ersetzt haben. Nö, sagte der Versicherer und verwies auf die falschen Angaben bei Versicherungsabschluss: Heino hatte verschwiegen, dass er damals bereits Medikamente nahm und von seiner Krankheit wusste. Der Versicherung gelang es aber, genau dies nachzuweisen, d.h. der Veranstalter ging dann leider leer aus.