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aus dem Eventrecht
Draußen in der Natur muss man selbst aufpassen

Draußen in der Natur muss man selbst aufpassen

Von Thomas Waetke 26. März 2018

Treppen, Abhänge, schräge Böden oder Stufen sind immer wieder ein Zankapfel: Ein Besucher stolpert, dann geht es um die Frage, ob der Veranstalter oder Gebäudeeigentümer (s)eine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat oder nicht.

Tatsächlich prüfen die Gericht aber auch, ob sich nicht etwa das Lebensrisiko des Besuchers verwirklicht hat: Denn der Veranstalter ist nicht etwa für den vollumfänglichen maximalen Schutz des Besuchers verantwortlich. Jedem Veranstaltungsbesuch wohnt ein natürliches Restrisiko bei, das sich theoretisch auch außerhalb der konkreten Veranstaltung verwirklichen kann. Das ist das allgemeine Lebensrisiko.

Das Oberlandesgericht Celle hat nun den Fall entschieden, in dem eine Besucherin einer Hotelanlage am frühen Morgen auf einer Außentreppe ausgerutscht und gestürzt war, die zuvor vom Reinigungspersonal nass gespritzt wurde.

Nässe in Hotelanlagen aufgrund von Niederschlag, einem Schwimmbecken oder von Reinigungsarbeiten gehört aber zum allgemeinen Lebensrisiko: Es sei damit zu rechnen, dass in den Morgenstunden eine Außentreppe einer sich in einem Mittelmeerland befindlichen Hotelanlage nass abgespritzt werde. Eine derartige Nassreinigung in Hotelanlagen im Mittelmeerraum werde regelmäßig morgens vorgenommen. Insofern verwirkliche sich beim Ausrutschen lediglich ein allgemeines Lebensrisiko, so das Oberlandesgericht Celle.

Es war also nicht notwendig, dass das Personal Warnschilder hätte aufstellen müssen.

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  • Steine im Vorgarten: © ebednarek - Fotolia.com