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aus dem Eventrecht
DJ und Veranstalter: Missverständnis und 1 Verletzter

DJ und Veranstalter: Missverständnis und 1 Verletzter

Von Thomas Waetke 15. Mai 2015

Auf einer Veranstaltung am vergangenen Samstag in Bingen kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem bekannten DJ und dem Veranstalter; vorausgegangen war ein Missverständnis: Einer der Veranstalter sprach den DJ hinter der Bühne an, wer er sei, da er ihn nicht erkannt hatte. Der DJ hielt das für einen Scherz. Ab hier gegen die Darstellungen des weiteren Verlaufs auseinander, das Ergebnis ist ein verletzter DJ. Offenbar waren in den Streit noch Security verwickelt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Dieser Vorfall macht deutlich, wie wichtig Kommunikation sein kann; unabhängig von diesem Vorfall möchte ich daher einmal grundsätzliche Fragen und Aspekte aufwerfen, die einem immer wieder begegnen:

Fatal kann es werden, wenn die Entscheidungsträger nicht erkannt werden, und daher wertvolle Zeit mit Diskussionen verloren geht. Dem Ordnungspersonal und allgemein den Beschäftigten sollte also klar sein, wer das Sagen kann: Entweder sind die Gesichter bekannt, oder zumindest sollte der Ausweis bekannt sein, der den Entscheidungsträger auszeichnet.

Häufig sind Organisationsstrukturen unklar: wer hat was zu sagen? Dieses Problem lässt sich oftmals ganz einfach unterbinden. Man denke an ein Organigramm: Das allerdings müsste dann allen Beschäftigten zugänglich gemacht werden und jeder Beschäftigte müsste sich das alles merken können. In der praktischen Umsetzung kann daher ein System mit Ausweisen helfen, anhand derer die Kompetenzen deutlich sind.

„Aus Spaß wird Ernst“ – dieser Spruch kann schnell bittere Wahrheit werden. Dazu hier einmal eine Geschichte aus meinen Studentenzeiten: Ich war mit einem Studienfreund in Kanada zwei Wochen in einem Nationalpark Kanufahren. Mehrmals musste man das Kanu und die Rucksäcke über Land tragen und an einem anderen Fluss oder See wieder einsetzen. Nach einem gutgemeinte Tipp eines Rangers hatten wir vereinbart: Wenn einer sagt „Hinter dir steht ein Bär“ dann ist das Ernst, anders ausgedrückt: Wir haben vereinbart, dass wir keine Späße dieser Art machen, wenn ein Bär gesehen wird. Dieser Vereinbarung hat uns wenige Tage später tatsächlich geholfen: Mein Kumpel war mit dem Kanu schon zum nächsten See vorgegangen, ich lief mit den zwei Rucksäcken gerade alleine durch den Wald hinterher – als er mit panisch kreischend entgegen gerannt kam: „Ein Elch! Ein Elch!“ Und damit war klar: Nichts wie weg, keine Diskussion. Und tatsächlich kam eine Elchkuh mit ihrem Jungen den Weg entlang galoppiert…  Wieder zurück zur Veranstaltung: Oft genug hat es schon schwere Unfälle gegeben, die auf einem Missverständnis beruhen, auf einem vermeintlichen Scherz oder weil das Selbstbewusstsein gefehlt hat, Dummheiten zu unterbinden. Ein Beispiel aus 2014: Hier saßen mehrere Freunde beim Feiern. Ein Gast wollte mit einem Bagger 2000 Liter auf die Feiernden kippen – das einzige, was kippte, war der Bagger, der einen Gast mit der Baggerschaufel erschlug und 5 andere schwer verletzte.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • blaues Organigramm zeichnen: JiSign - Fotolia.com