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aus dem Eventrecht

Disko wegen Brand evakuiert

Von Thomas Waetke 15. Oktober 2010

In einer Diskothek in Trier (Rheinland-Pfalz) ist in der Nacht zu heute ein Feuer ausge- brochen. 400 Gäste einer Studentenparty muss evakuiert werden. Die Evakuierung verlief offenbar problemlos; als die Feuerwehr eintraf, hatten bereits die meisten Besucher die Diskothek verlassen. Offenbar brach das Feuer im Keller aus, der Rauch verteilte sich über die Lüftungsanlage in der Diskothek. Ein Besucher und ein Feuerwehrmann wurden leicht verletzt. Die Brandursache ist noch unklar.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die meisten Gäste hatten die Diskothek ohne ihre Jacken oder Mäntel verlassen; die Polizei ließ daher ein benachbartes Theater öffnen, damit die Besucher nicht frierend im Freien ausharren mussten.

Oftmals verlaufen Evakuierungen nicht so glimpflich ab, da die Besucher meist nicht verstehen (wollen), dass eine gefährliche Situation eingetreten ist. Der Betreiber bzw. der Veranstalter muss in seinem Sicherheitskonzept berücksichtigen, dass die meisten Besucher dort wieder hinauswollen, wo sie hineingegangen sind. So empfiehlt bspw. Hartmut H. Starke, dass schon die Einlass-Situation so geschaffen wird, dass die Besucher zu verschiedenen Eingängen (die ansonsten „nur“ als Fluchtweg genutzt würden) eingelassen werden. Zudem sollten an den Fluchtwegen Evakuierungshelfer postiert sein, die im Notfall die Gäste direkt ansprechen und weiterleiten können; auf Schilder oder Durchsagen allein sollte sich der Betreiber bzw. Veranstalter nicht verlassen.

Dabei muss der Veranstalter bzw. Betreiber aber bereits im Vorfeld aktiv werden: Er muss ein vernünftiges Konzept aufstellen und alle Beteiligten darin unterweisen; schließlich muss im Notfall jeder wissen, was er zu tun hat. Unterlässt dies der Verantwortliche, kann er wegen eines so genannten Organisationsverschuldens haftbar gemacht werden.