News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Dinnershow kann nicht zweigeteilt werden

Dinnershow kann nicht zweigeteilt werden

Von Thomas Waetke 16. April 2013

Bei einer Dinnershow genießt der Gast ein Mehrgängemenü und Vorführungen mit Kleinkunst bzw. Varieté. Beide Bestandteile der Show wechseln sich ab. Der Besucher zahlt einen Eintrittspreis – hier stellt sich nun die Frage, mit welchem Umsatzsteuersatz dieser Eintrittspreis zu belegen ist.

Bei einer solchen Dinnershow hatte der Veranstalter einen Eintrittspreis von ca. 100 Euro veranschlagt. Er wollte dabei eine Aufteilung vornehmen: Während für das Catering ca. 15 Euro entfielen, sollten 85 Euro den Aufführungen zugeteilt werden. Der Unterschied. Die gastronomischen Leistungen sind mit dem Regelsteuersatz von 19 % Umsatzsteuer belegt (§ 12 Abs. 1 UStG), die künstlerischen Leistungen dagegen mit nur 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 7 a UStG).

Der daran anschließende Streit mit dem Finanzamt endete nun vor dem Bundesfinanzhof.

Der BFH entschied, dass es keine Aufteilung geben dürfe, da eine einheitliche Leistung vorliege, die auch einheitlich zu besteuern sei. Hierbei sei, so der BFH, die Sicht des Durchschnittsbesuchers maßgeblich: Wie nimmt er die Dinnershow wahr? Da der Besucher weder nur das Essen oder nur die Show hatte buchen können, sondern stets nur die Kombination, ging der BFH richtigerweise auch von einer einheitlichen Leistung aus.

Die obersten Finanzrichter entschieden dann weiter, dass der Regelsteuersatz von 19 % anzusetzen sei: Der ermäßigte Steuersatz von 7 % wäre nur denkbar gewesen, wenn die Vorführungen Hauptbestandteil und eigentlicher Zweck der Veranstaltung gewesen wären. Da es bei der Dinnershow aber gerade auf die Kombination mit dem Essen ankommen würde, würde auch die Ausnahmeregelung verdrängt werden: Der gesamte Eintrittspreis ist demnach mit 19 % zu versteuern.

Das Ärgerliche für den Veranstalter: Wenn er für den Großteil des Eintrittspreises mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 % kalkuliert hat, dann fehlt ihm nun Geld: Der Besucher hat den Eintrittspreis brutto bezahlt. Aus diesem Eintrittspreis muss nun der Veranstalter die Umsatzsteuer abführen, und zwar wie nun entschieden in Höhe von durchgehend 19 %.

Von seinem Besucher kann der Veranstalter aber kein Geld mehr nachfordern: Erstens wird er nicht jeden Besucher wieder finden können, zweitens kann er nicht im Nachhinein des Kaufpreis erhöhen, nur weil er sich steuerrechtlich geirrt hat.

Umso wichtiger ist für den Veranstalter, im Vorfeld die Höhe des Steuersatzes zu klären: Nachforderungen des Finanzamtes können den Veranstalter ruinieren, wenn der Gewinn durch die unerwarteten Steuernachforderungen aufgezehrt wird. Denn: Bei der Umsatzsteuer auf die Ticketpreise handelt es sich nicht um einen Durchlaufposten.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):