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aus dem Eventrecht

Die Konnexität zwischen Atomkraftwerken und Veranstaltungen

Von Thomas Waetke 3. Juni 2013

Bei einem Eventrecht-Seminar am Wochenende brach eine Diskussion unter den Teilnehmern aus, ob eine Veranstaltung abgesagt werden müsse, wenn der Veranstalter nicht alle Vorschriften umsetzen könne/wolle. Wenig überraschend war, dass die Befürworter der Absage in einer klaren Minderheit waren.

Ich hatte die Teilnehmer eine Weile diskutieren lassen in der Hoffnung, noch ein gutes Argument von der „Geht-auch-ohne-Vorschriften“-Gruppe zu hören. Es kam denn auch ein Argument – die mangelnde Qualität ihres Arguments wurde durch entsprechend erhöhte Hartnäckigkeit und Lautstärke wettgemacht: Ist ja eh alles übertrieben, man habe schließlich zig Jahre Erfahrung mit Veranstaltungen, und – *Finger erheb* – sonst würde es ja gar keine Veranstaltungen mehr geben.

Dies war der Zeitpunkt, in dem man mal über ein Atomkraftwerk reden musste.

Warum haben die so erfahrenen Veranstalter noch kein Atomkraftwerk gebaut? Korrekt: Weil sie es nicht dürfen und weil sie es nicht können. Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder Veranstalter ein Atomkraftwerk bauen würde?

Zurück zur (rhetorischen) Ausgangsfrage: Warum veranstaltet der Veranstalter Veranstaltungen, wenn er gar nicht weiß, was er da tut?

Ernsthaft: Wenn man etwas nicht beherrscht, lässt man die Finger davon. Blöd nur, wenn man nicht erkennt, dass man das, was man da tut, eigentlich gar nicht beherrscht. Dafür gibt es dann Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Richter, die einem das nahebringen – hinterher.

Man denke einmal darüber nach.