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aus dem Eventrecht
Die Erwartung des Besuchers in der Menschenmasse

Die Erwartung des Besuchers in der Menschenmasse

Von Thomas Waetke 30. Juli 2013

Im Rahmen der Verkehrssicherung hat der Verantwortliche das Erforderliche und Zumutbare zu unternehmen, um Schäden von seinen Besuchern fernzuhalten. Dabei ist auch von einem durchschnittlich intelligenten und aufmerksamen Besucher auszugehen. Es ist auch zu fragen, was der Besucher erwarten darf. Bei großen Festivals, bei der sich vor der Bühne mehrere zehntausend Menschen aufhalten, stellt sich die interessante Frage, was der Besucher hier denn wirklich erwartet?

Glaubt er bspw., „sicher“ zu sein? Geht er davon aus, dass im Panikfall er – wenn er inmitten zigtausender Menschen steht – aufgrund der vom Veranstalter getroffenen Sicherheitsmaßnahmen ohne Schaden herauskommt?

Geht die Erwartung eines Besuchers denn wirklich so weit? Oder begibt er sich nicht gerade bei solchen Großveranstaltungen bzw. erkennbaren riesigen Ansammlungen von Menschen selbst und freiwillig in Gefahr und verwirklicht damit sein Lebensrisiko selbst?

Umgekehrt? Kann denn der Veranstalter überhaupt ernsthaft behaupten, eine Menschenmasse von mehreren zehntausend Menschen im Griff zu haben und lenken zu können, und das in bzw. mit einem noch zumutbaren Aufwand?

Das soll nicht bedeuten, dass der Veranstalter einer Großveranstaltung sich entspannt zurücklehnen darf. Es bleibt aber die interessante Frage, wie weit seine Bemühungen gehen müssen.

  • Argument 1: Der Veranstalter schafft durch die Einladung an zehntausende Menschen eine besondere Gefahrenlage.
  • Argument 2: Der Besucher begibt sich aber freiwillig in diese Gefahrenlage, soweit für ihn im Voraus erkennbar ist, dass es sich um eine Großveranstaltung handelt.

Dies stelle ich mal so in den Raum und bin gespannt auf das Feedback.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Absperrgitter nebeneinander abgestellt: © gashgeron - Fotolia.com