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220/17 Der Urheber hat Rechte, die sonst keiner hat

220/17 Der Urheber hat Rechte, die sonst keiner hat

by 15. August 2017

Der Urheber wird, ähnlich wie Arbeitnehmer, Mieter oder Verbraucher, vom Gesetzgeber stark in Schutz genommen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass der Urheber im Verhältnis zu seinem Kunden und Auftraggeber immer in der schwächeren Position ist. Damit der Urheber sich bei Vertragsverhandlungen nicht erpressen lassen muss (wenn du das nicht akzeptierst, beauftragen wir einen anderen), springt im das Urheberrechtsgesetz zur Seite.

Darin sind Rechte des Urhebers geregelt, die einmalig sind – und die es in anderen Rechtsbereichen so nicht gibt.

Alles folgt dabei dem Grundsatz: Der Urheber soll von seinem Werk leben können.

Das Nachforderungsrecht

Der Urheber kann Geld von seinem Auftraggeber nachfordern, wenn er unangemessen vergütet wurde. Eine solche Unangemessenheit kann sich bspw. dadurch ergeben, dass die Nutzung des Werks deutlich über einer dazu passenden Vergütung liegt.

Der Urheber kann dann vom Verwerter noch Vergütung nachfordern (siehe § 32 Absatz 1 Satz 3 UrhG). Dies gilt auch dann, wenn die beiden vorher schriftlich die geringere Vergütung vereinbart haben (§ 32 Absatz 3 UrhG).

Dieses Nachforderungsrecht besteht nur dann nicht, wenn der Urheber dem Verwerter nur die sog. einfachen Nutzungsrechte eingeräumt hat = wenn der Verwerter nicht der einzige ist, der das Werk verwerten kann.

Räumt der Urheber dem Kunden aber die exklusiven bzw. ausschließlichen Rechte ein (= nur noch der Kunde darf das Werk verwerten), dann hat er auch immer einen Anspruch auf (mindestens) die angemessene Vergütung.

Urheberrecht

mehr zum Urheberrecht

Weitere Details zu den Rechten des Urhebers u.a. finden Sie in unserer Rubrik “Urheberrecht”.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Geldscheine in die Hand legen: © zest_marina - Fotolia.com