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aus dem Eventrecht

Der Treppensturz von Cottbus

Von Thomas Waetke 16. Dezember 2010

In einem Fußballstadion in Cottbus war eine Zuschauerin aufgrund einer unebenen Treppe umgeknickt und gestürtzt und hatte sich dabei schwer verletzt. Die Klage der Zuschauerin auf Schmerzensgeld und Schadenersatz wurde nun durch das Oberlandesgericht Brandenburg abgewiesen: Es sei zwar tatsächlich eine muldenförmige Unebenheit in der fraglichen Treppenstufe des Stadion. Jedoch hätte ein aufmerksamer Zuschauer dies als mögliche Gefahr erkannt und die Treppe gefahrlos nutzen können. Zudem hätte sich die Zuschauerin an dem Geländer festhalten können. Für die Zuschauerin kam die „Gefahrenstelle“ auch nicht überraschend, da es solche Unebenheiten überall im Stadion geben würde und sich die Zuschauerin darauf hätte einstellen können und müssen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Dieses Urteil zeigt erneut, dass der verkehrssicherungspflichtige Betreiber oder Veranstalter nicht für jeden Unfall verantwortlich ist. Wie schon an anderer Stelle mehrfach dargestellt,…

  • muss der Betreiber/Veranstalter das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um Schäden von seinem Besucher fernzuhalten,
  • er darf dabei aber davon ausgehen, dass er es mit einem durchschnittlich aufmerksamen und vernünftigen Besucher zu tun hat.

Dies ist der Grundsatz; handelt es sich um extreme Gefahren, besondere Besucher (z.B. Kinder) usw. kann sich das natürlich verändern und dem Betreiber bzw. Veranstalter kann eine etwas höhere Fürsorgepflicht auferlegt werden.

By the way:

Ein Fußballstadion (siehe die Definition in § 2 Abs. 12 MVStättV) kann eine Versammlungsstätte sein, für die die Versammlungsstättenverordnung (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 MVStättV) anwendbar ist.