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aus dem Eventrecht

Der nicht vorhandene Sahnefleck

Von Thomas Waetke 11. März 2013

Wenn ein Besucher ausrutscht, stellt sich immer wieder die Frage, ob der Veranstalter bzw. Betreiber der Versammlungsstätte dafür verantwortlich ist.

Vor dem Landgericht Coburg gab es Streit um einen Sahnefleck, auf dem ein Käuferin in einem Supermarkt ausgerutscht war. Das Landgericht Coburg hat aber die Klage abgewiesen, da der Supermarktbetreiber nachweisen konnte, dass er alles Erforderliche und Zumutbare getan hatte = er also seinen Verkehrssicherungspflichten nachgekommen war.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass eine Mitarbeiterin den Boden regelmäßig kontrolliert hatte, im konkreten Fall war die Mitarbeiterin auch kurz vor dem Unfall an der Stelle, an der die Käuferin wenig später ausgerutscht war, und konnte keinen Sahneflecken erkennen.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Der Verkehrssicherungspflichtige muss zumindest das Erforderliche und Zumutbare tun, um Schäden von seinen Vertragspartnern fernzuhalten. Was genau erforderlich und was genau zumutbar ist, ist dabei eine Frage des Einzelfalls:

  • Ausrutschen auf einer Bierlache vor einem Boxautomaten: Zum Beitrag
  • Ausrutschen auf einer Treppe, die mit Gläsern und Flaschen voll gestellt ist: Zum Beitrag
  • In Scherben treten auf einer Tanzfläche: Zum Beitrag

Zur Einhaltung seiner Verkehrssicherungspflichten kann der Verantwortliche auch Dienstleister oder Mitarbeiter bestellen; diese muss er dann allerdings sorgfältig auswählen und überwachen.