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aus dem Eventrecht
Der aufgeklärte Kunde: Gewährleistung und Haftung

Der aufgeklärte Kunde: Gewährleistung und Haftung

Von Thomas Waetke 6. Oktober 2016

Der Dienstleister bzw. Berater steckt oft in einem Dilemma: Auf der einen Seite will/soll er alles richtig machen, auf der anderen Seite der Kunde, der nicht genervt werden will mit Kleinigkeiten und Bedenken.

  • Der Auftragnehmer weist den Auftraggeber auf die Bedenken und Probleme hin und
  • macht ihm die möglichen Folgen deutlich,
  • der Auftraggeber wünscht entgegen diesem Rat trotzdem die geplante Ausführung.

Die Intensität der Aufklärungspflicht ergibt sich dabei u.a. aus der Spezialisierung des Auftragnehmers und die Frage, inwieweit der Auftraggeber eine Aufklärung erwarten darf.

Beweislast

Alleine, weil der Auftragnehmer auf Probleme hinweist, ist er noch lange nicht aus dem Schneider: Grundsätzlich muss er im Streitfall auch beweisen können, dass er dem Auftraggeber die Folgen seines Wunsches deutlich vor Augen geführt hat und sich der Auftraggeber in Anlehnung dieser Folgen dennoch bewusst gegen die Empfehlung entschieden hat.

Keine Gewährleistungsansprüche?

Und: Der Auftragnehmer entkommt dann allenfalls den Gewährleistungsansprüchen seines Kunden, d.h. der Kunde kann nicht bspw. das Honorar mindern, wenn er aufgrund der Aufklärung genau wusste, worauf er sich einlässt.

Sonstige Haftung?!

Der Auftragnehmer bleibt aber weiterhin gegenüber Dritten in der Verantwortung! Begeht der Auftragnehmer bspw. aufgrund des Wunsches seines Kunden eine Straftat, so macht er sich auch strafbar: Die „Erlaubnis“ seines Kunden befreit den Auftragnehmer nicht davon, sich nicht mehr an Gesetze halten zu müssen.

Auch ggf. geschädigten Dritten kann es egal sein, ob eine Aufklärung erfolgt ist: Ihnen gegenüber bleibt der Auftragnehmer auch weiterhin (bspw. im Rahmen der unerlaubten Handlung, siehe § 823 BGB) in der Verantwortung.

 

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