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aus dem Eventrecht

Das zerstörte Buffet

Von Thomas Waetke 3. Dezember 2010

Bei einer Gala soll ein Buffet gestellt werden. Da im Saal dafür nicht ausreichend Platz ist, bauen die Mitarbeiter des Cateringservice das Buffet außen im Foyer auf. Alle sind zufrieden, das Buffet macht echt was her.

Im selben Gebäude möchte ein Gast einen anderen Saal verlassen, öffnet die Türe… und wundert sich vermutlich noch, dass sie so schwer aufgeht, stemmt sich dagegen… Die Mitarbeiter des Cateringservice hatten übersehen, dass sie das Buffet teilweise auch vor die Ausgänge eines benachbarten Saales gestellt hatten.

Das Buffet für die Gala fiel daraufhin deutlich kleiner aus als geplant. Immerhin: Die Türen des Saales gehen erwiesenermaßen in Fluchtrichtung auf… (§ 9 Abs. 3 MVStättV).

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wer müsste denn für den Schaden aufkommen?

Immerhin hat ja nun der Veranstalter der Gala einen Schaden, weil die Gäste sich ggf. darüber aufregen, zu wenig zu essen zu haben. Und das Hotel hat ggf. einen Schaden, da der Boden verschmutzt ist.

1. Der Gast, der die Türe von innen aufgestoßen hat?

Wohl nein, da er ja nichts falsches gemacht hat: Er konnte nicht ahnen, was er anrichtet, nur weil er eine normale Türe etwas kräftiger aufstößt. Von den für die Haftung erforderlichen Voraussetzungen…

  • Schaden,
  • Rechtswidrigkeit,
  • Verschulden (= Fahrlässigkeit oder Vorsatz) und
  • Kausalität (also Zusammenhang zwischen Handlung und Schaden),

… würden hier die Voraussetzungen „Rechtswidrigkeit“ und „Verschulden“ nicht erfüllt sein.

2. Der Cateringservice

Es ist insbesondere fraglich, ob die Mitarbeiter fahrlässig gehandelt haben: Wäre es für einen durchschnittlich aufmerksamen Catering-Mitarbeiter ersichtlich gewesen, dass sich in der Wand eine Türe befindet? Wenn ja, wird das Catering-Unternehmen wohl haften müssen:

  • Der jeweilige Mitarbeiter ist Erfüllungsgehilfe des Catering-Unternehmens (§ 278 BGB), das Unternehmen haftet also in voller Höhe für das Fehlverhalten des Mitarbeiters. Lesen Sie zur Haftung für Gehilfen unseren Beitrag Achtung bei der Auswahl von Dienstleistern.
  • Soweit man dem Mitarbeiter nur leicht fahrlässiges Verhalten vorwerfen kann, hätte der Arbeitgeber im Innenverhältnis zum Arbeitnehmer auch keinen Regressanspruch und müsste den Schaden alleine tragen (Lesen Sie zur Haftung des Arbeitnehmers gegenüber seinem Arbeitgeber unsere News vom 16.09.2010).

Beachten Sie: Diese Priviligierung gibt es nur im Arbeitsrecht! Würde es sich bei dem Aufbauhelfer nicht um einen Arbeitnehmer, sondern um einen Subunternehmer bzw. Freien Mitarbeiter handeln, wäre dieser dem Cateringunternehmen in voller Höhe regresspflichtig.