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aus dem Eventrecht

Das Original und das Plagiat

Von Thomas Waetke 3. Mai 2011

Wer sich für seine Veranstaltung einen Namen ausdenkt und ihn nutzen will, muss sehr vorsichtig sein, damit er nicht Rechte Dritter verletzt.

Mit einem Veranstaltungsnamen könnte der Veranstalter nämlich…

  • Urheberrechte
  • Markenrechte
  • Titelschutzrechte, oder
  • das Wettbewerbsrecht

verletzen.

Lesen Sie zu weiteren Informationen unsere News Veranstaltungsname verletzt Markenrechte.

So ist es nun auch einem Veranstalter in Berlin ergangen: Das Landgericht Berlin hat dem Veranstalter der für November 2011 geplanten Veranstaltung „Original Berlin Tattoo – Internationales Musikfest 2011“ unter anderem die Nutzung des Bestandteils „Original“ verboten.

Der Grund: Ein anderer Veranstalter wehrte sich dagegen, da er seit vielen Jahren bereits eine vergleichbare Tattoo-Messe durchführe.

So auch das Landgericht Berlin: Der Zusatz „Original“ erwecke beim Leser/Besucher den Eindruck, dass damit eine Veranstaltungstradition fortgeführt werde.

Merke: „Original“ darf sich also nur das Original selbst nennen. Das „Plagiat“, das sich als Original ausgibt, handelt wettbewerbswidrig.

Letztlich darf man mit seinem Namen sich nicht größer/besser machen, als man ist, um sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Soweit der durchschnittliche Leser eine reißerische Formulierung als Werbespruch erkennt, mag das zulässig sein. Lesen Sie dazu unsere News „Der beste Powerkurs aller Zeiten“.

Das bedeutet: Wer übertreibt, muss dies aber auch erkennbar reklamehaft tun.

Worte wie „original“, „exklusiv“, „beste“, „einzigartig“ usw. riechen schnell nach Wettbewerbswidrigkeit, weshalb bei deren Verwendung besondere Vorsicht zu beachten ist.