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aus dem Eventrecht

Das ging dann doch etwas zu flott…

Von Thomas Waetke 8. November 2011

Im schottischen Oban freuten sich viele Zuschauer auf ein furioses Feuerwerk, das auf 20 Minuten Dauer geplant war. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als  schon nach weniger als einem Zwanzigstel die Sache schon wieder zu Ende war: Der verantwortliche Techniker ballerte versehentlich gleichzeitig aus allen verfügbaren Rohren.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Der Veranstalter hat das Feuerwerk ja für einige tausend Euro „eingekauft“. Strenggenommen handelt es sich um einen Werkvertrag, so dass sich die Gewährleistungsregelungen aus dem Werkvertragsrecht ergeben würden (siehe § 634 BGB).

Der beauftragte Pyrotechniker wäre (nach deutschem Recht jedenfalls) verpflichtet,

  • entweder das Feuerwerk in der vollen Länge nachzuholen (das geht aber praktisch nicht immer, da ja die ganze Veranstaltung dann schon vorbei ist),
  • oder einen Teil der bereits erhaltenen Vergütung zurückzuerstatten (bzw. der Auftraggeber könnte mindern, wenn er noch nichts bezahlt hätte),
  • oder Schadenersatz zu leisten (dann müsste der Veranstalter aber nachweisen, dass ihm ein Schaden entstanden ist).

Wäre das Feuerwerk statt vereinbarter 20 Minuten nur 19 Minuten lang gewesen, so würden sich dadurch vermutlich keine Ansprüche für den Veranstalter ergeben. Bei einer Unterschreitung der Zeit von 5 Minuten kann man sich schon streiten, bei einer Unterschreitung von 19 Minuten aber wirklich nicht mehr…