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aus dem Eventrecht

Das Erdrosseln von Hundewelpen ist keine Kunst

Von Thomas Waetke 27. April 2012

Das Verwaltungsgericht Berlin hat eine für den 30.04.2012 geplante „Performance“ im Spandauer Theater verboten, bei der zwei Hundewelpen mit Kabelbindern hätten live erdrosselt werden sollen.

Die „Künstlerin“ berief sich auf die verfassungsrechtlich garantierte Kunstfreiheit. Sie wollte bei der Performance, die sich an traditionelle thailändische Kunstformen orientieren sollte, zwei Hundewelpen opfern, danach sollten ein Gong und Trauermusik das Ende der Veranstaltung signalisieren. Die Künstlerin wollte damit durchaus auch provozieren und auf ähnliche Tiertötungen in anderen Ländern hinweisen.

Nachdem das Bezirksamt Spandau die Veranstaltung mit dem Titel „Der Tod als Metamorphose“ verboten hatte, wandte sich die Künstlerin an das Verwaltungsgericht.

Das Verwaltungsgericht Berlin hat das Verbot bestätigt. Die Kunstfreiheit lasse nicht zu, dass einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt würden (siehe § 1 Tierschutzgesetz). Außerdem sei es auch verboten, ein Tier bei einer Veranstaltung einzusetzen, wenn damit Schmerzen oder Leid für das Tier verbunden ist (§ 3 Nr. 6 TierSchG). Schließlich sei der Schutz der Tiere auch eine im Grundgesetz verankerte Aufgabe des Staates (siehe Artikel 20a GG).