News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Crowdworking: Ein Modell der Zukunft?

Crowdworking: Ein Modell der Zukunft?

Von Thomas Waetke 17. Mai 2016

Crowdworking bzw. Crowdsourcing – eine Arbeitsform, die immer mehr Zulauf bekommt. Der Auftraggeber bietet quasi der Crowd einen Auftrag an, irgendwo auf der Welt gibt es dann jemanden, der diesen Auftrag ausführt. Bei der Plattform clickworker bspw. sind bereits ca. 700.000 Personen angemeldet. Die Hans-Böckler-Stiftung hat dazu eine Studie erstellen lassen. Für den Auftraggeber ist das eine schicke Sache: Vergleichbar mit Freelancern und Freien Mitarbeitern, die man nur bezahlen muss, wenn man etwas zu arbeiten hat; mit dem Vorteil, über spezialisierte Plattformen eine gigantische Auswahl an Bewerbern zu erreichen.

Ein Ergebnis der Studie: Vor allem Designer sind unzufrieden mit Bezahlung und Wertschätzung. Das dürfte laut der Studie daran liegen, dass in diesem Bereich oftmals viele Konkurrenten am Pitch teilnehmen und Arbeiten liefern – aber im Ergebnis nur ein einziger für diese (Vor-)Arbeiten auch Geld bekommt, wenn er den Auftrag erhält.

Maßgeblich seien die Bewertungen: Je besser die Bewertungen im Profil eines Auftragnehmers, desto mehr Aufträge erhält man. Nach Angaben der Studie würden viele Crowdworker daher lieber auf Geld verzichten, als mit einem Kunden herumzustreiten und eine schlechte Bewertung zu riskieren.

„Was unterscheidet die Clickworker vom Franchisenehmer, der das Ausmaß seiner Selbstausbeutung selbst bestimmen darf?“, fragte schon im Oktober 2015 die Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts. Aus Sicht des Arbeitsrechts vermutlich nicht viel, da sich die Kriterien der Scheinselbständigkeit wohl auch unschwer in die digitale Welt übertragen lassen: Ein Auftraggeber, der über die Crowd seine Auftragnehmer findet, kann unter den bekannten Voraussetzungen auch einen Scheinselbständigen beschäftigen.

Die Plattformbetreiber Testbirds, Clickworker und Streetspotr haben nun eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, um den tatsächlichen und befürchteten Missbrauch zu bekämpfen. Die liest sich ganz nett, ist aber letztlich doch recht pauschal gehalten und gibt letztlich die geltende Rechtslage wieder.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Blurred crowd at a concert: © salajean - Fotolia.com