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aus dem Eventrecht
Compliance: Oft nutzlos und ungeliebt

Compliance: Oft nutzlos und ungeliebt

Von Thomas Waetke 10. Oktober 2016

„Compliance“ ist ein wichtiges Thema: Wichtig, weil es manche für wichtig halten aber gar nicht wissen, was dahinter steckt. Wichtig aber vor allem, weil es tatsächlich helfen kann, Verantwortung und Haftung zu begrenzen.

Was bedeutet Compliance?

Kurz zusammenfasst kann man sagen: „Organisierte Rechtskonformität“.

Man würde zu kurz denken, wenn man darunter nur die Bekämpfung von Korruption verstehen würde. Vielmehr muss man den Sinn von Compliance verstehen:

  • Einerseits helfen Compliance-Regeln dem Beschäftigten, sich rechtskonform zu verhalten. Gesetzliche Rahmenbedingungen werden durch individuelle Anforderungen des eigenen Unternehmens ausgemalt und (bestenfalls) verständlich(er).
  • Andererseits helfen sie aber auch dem Vorgesetzten: Normalerweise kann ein Geschäftsführer bspw. verantwortlich gemacht werden für das Fehlverhalten seiner Beschäftigten. Durch funktionierende Compliance aber kann er diese Mithaftung erheblich einschränken.

Das kann aber nur funktionieren, wenn der Vorgesetzte dafür sorgt, dass die Compliance-Regeln verstanden und akzeptiert werden. Ebenso müssen sie „funktionieren“, d.h. es hilft wenig, wenn jeder Beschäftigte den dicken Leitz-Ordner in der Schublade liegen hat, aber nicht weiß, was darin steht. Dann verpufft auch die „Enthaftungs“-Wirkung für den Vorgesetzten.

Da für jeden, der Leitungsfunktionen innehat (sei es im Unternehmen, sei es gegenüber externen Dienstleistern), immer ein latentes Mithaftungs-Risiko besteht für die Fehler des anderen, sollte auch jeder ein ureigenes Interesse daran haben, seine Mithaftung auf ein Minimum zu beschränken. Da helfen vertragliche Absprachen zwar auch – aber eben nicht vollständig: Denn diese wirken nur „inter partes“, also zwischen den Vertragspartnern, und nicht bspw. gegenüber dem Staatsanwalt…

Es gibt immer ein paar Punkte, die man dabei beachten sollte:

  • Richtlinien erstellen.
  • Beschäftigte und Dienstleister darin unterweisen und schulen.
  • Akzeptanz schaffen.
  • Stetige Kontrolle der Umsetzung.
  • Einführung eines Melde- und Beschwerdesystems.
  • Reaktionsprozesse installieren.
  • Fehlerkultur einführen, Behebungsprozesse installieren.
  • Sicherstellung der stetigen Funktionsfähigkeit der Maßnahmen.
  • Dokumentation der Maßnahmen

Vertragsgestaltung, Prozess aufstellen und abbilden, Schulungen… Wir unterstützen Sie bei Ihrer „Compliance“, und erarbeiten mit Ihnen die Abläufe – gerne auch zusammen mit Ihrem Team, um schon von Anfang an Akzeptanz zu schaffen und ggf. auch individuelle Bedürfnisse einbeziehen zu können.

Interesse?

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  • Mann steht vor Pfeilen an der Wand: © alphaspirit - Fotolia.com