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aus dem Eventrecht

Christkindlesmarkt in Hof gesperrt

Von Thomas Waetke 9. Dezember 2010

Der Christkindlesmarkt in Hof (Bayern) wurde nach einem Dachlawinenabgang komplett gesperrt. Eine Bude wurde vollständig zerstört, als eine Schneelawine vom Dach einer benachbarten Kirche herunterstürzte. Eine Person, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Bude befand, wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei sperrte den gesamten Markt aus Sorge vor weiteren Abgängen aufgrund des Tauwetters. Lesen Sie den gesamten Bericht im Hofer Anzeiger.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die Frage, ob der Hauseigentümer für den Abgang einer Dachlawine haftet, kann man nicht pauschal beantworten, es kommt auf den Einzelfall an. Grundsätzlich geht es dabei um die Frage, ob der Hauseigentümer seine Sicherungspflicht verletzt haben könnte.

Der Grundsatz heißt: Jeder muss sich selbst vor einer Dachlawine schützen. Nur wenn besondere Begebenheiten hinzukommen, haftet (auch) der Hauseigentümer:

  • Örtliche Gepflogenheiten,
  • allgemeine Schneelage des Ortes,
  • Beschaffenheit und Lage des Gebäudes,
  • Sicherheitsmaßnahmen sind Art und des Umfang des gefährdeten Verkehrs erforderlich,
  • baurechtliche Vorschriften zum Anbringen von Schneefanggittern.

Als Schutzmaßnahmen vor abgehenden Dachlawinen kommen in Betracht:

  • Anbringung von Schneefanggittern,
  • Warnhinweise (die von vielen Gerichten in schneereichen Gebieten als nicht erforderlich angesehen werden, da mit der Gefahr ohnehin zu rechnen ist).

Als Faustformel kann man davon ausgehen,

  • dass Schneefanggitter ab einer Dachneigung von 45 Grad anzubringen sind,
  • der Hauseigentümer dann besondere Sicherungsmaßnahmen treffen muss, wenn er bspw. einen Parkplatz für Gäste unterhalb eines Daches anlegt.