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aus dem Eventrecht

Chorleiter von der Bühne 2 Meter tief

Von Thomas Waetke 5. Dezember 2011

Bei einer Festveranstaltung zur Ehrung von Ehrenamtlichen in Völklingen (Saarland) ist ein Chorleiter ca. 2 Meter von der Bühne gestürzt, als er sich gegen das Bühnengeländer lehnte, das dann aus der Verankerung brach.

Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Derzeit wird nicht ausgeschlossen, dass das Geländer fehlerhaft angebracht wurde.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die Staatsanwaltschaft wird strafrechtlich wegen fahrlässiger Körperverletzung ermitteln. In Frage kommen hier als Täter der entsprechende Techniker bzw. Aufbauhelfer sowie ggf. der Auftraggeber oder Veranstalter, je nachdem, ob/wie die Aufgabe delegiert wurde.

Zivilrechtlich könnte der verletzte Chorleiter (oder die Versicherungen) ebenfalls den Techniker bzw. Aufbauhelfer sowie den Veranstalter auf Schadenersatz und Schmerzensgeld in Anspruch nehmen. Inwieweit der Arbeitgeber und/oder Veranstalter haftet, hängt davon ab, ob sie ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt haben. Dazu gehört auch die sorgfältige Auswahl des Personals. Und: Wer delegiert, muss auch kontrollieren. Wäre bspw. der unerfahrene Azubi losgeschickt worden, das Geländer anzubringen, dann dürfte das wohl eine Verletzung der Verkehrssicherungspflichten sein (konkret: ein Auswahlverschulden).