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aus dem Eventrecht

Bushido muss für Beleidigungen zahlen

Von Thomas Waetke 24. August 2012

Der Rapper Bushido wurde vom Landgericht Berlin zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verurteilt, nachdem er zuvor auf Facebook und Twitter eine Bewohnerin des Big Brother-Containers massiv beleidigte.

Bushido hatte sich im Netz über die Teilnehmerin mit den Worten geäußert „XXX du Nutte“, „XXX du Kacke“, „XXX sieht aus wie ne Mischung aus Der Joker, nem Schimpansen, Michael Jackson und Tatjana Gsell“ und „XXX hat so nen ekligen Zellulitiskörper pfui Teufel“.

Diese Äußerungen wertete das Gericht als Schmäkritik, bei der die Herabstufung der Teilnehmerin im Vordergrund stünde; es würde sich außerdem um bewusst bösartig überspitzte Kritik handeln.

Die Teilnehmerin hatte 20.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld von mindestens 100.000 Euro gefordert. Das Landgericht Berlin hat insgesamt nur einen Ersatz von 8.000 Euro zuerkannt und die darüber hinausgehende Klage abgewiesen.

Bei der Bemessung von Schmerzensgeld nach einer Schmähkritik geht es insbesondere um die Intensität der Persönlichkeitsrechtsverletzung. Diese Intensität hat das Gericht angesichts des Rappers als recht niedrig bewertet: „Äußerungen von Rappern wie Bushido mit ihrer teilweise unsachlichen und überzogenen Tendenz werden vom verständigen Durchschnittsbürger nicht für bare Münze genommen“.

Außerdem sei zu berücksichtigen gewesen, dass sich die Teilnehmerin durch die Teilnahme an Big Brother absichtlich in eine Situation begeben hatte, mit der sie freiwillig ihre Privatsphäre preisgegeben habe.