Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
Britische Datenschützer: Bußgelder über 300 Mio Euro

Britische Datenschützer: Bußgelder über 300 Mio Euro

by 11. Juli 2019

Die britische Datenschutzaufsicht ICO hat angekündigt, gegen zwei Unternehmen Bußgelder in Höhe von 110 Mio Euro und 204 Mio Euro wegen Verstöße gegen die DSGVO zu verhängen. Beide Unternehmen, eine Hotelkette und eine Fluggesellschaft, haben aber bereits Widerstand angekündigt. Auslöser waren in den beiden Fällen Hacker-Angriffe gegen die Unternehmen, bei denen massenhaft Daten abgegriffen worden waren. Geahndet werden soll natürlich nicht der Hacker-Angriff als solches, sondern dass die Unternehmen nach Auffassung der ICO nicht ausreichend Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben sollen.

Tatsächlich scheinen sich die Bußgelder jedenfalls von den deutschen Aufsichtsstellen in Grenzen zu halten. Jüngst hatte Baden-Württemberg ein Bußgeld von 1.500 Euro gegenüber einem Polizeibeamten verhängt, der seine dienstliche Benutzerkennung dazu genutzt hatte, über das Zentrale Verkehrsinformationssystem des Kraftfahrtbundesamts die Halterdaten zu einem Kfz-Kennzeichen einer privaten Zufallsbekanntschaft abzufragen. Mit dem Ergebnis führte er im Anschluss eine sog. SARS-Anfrage bei der Bundesnetzagentur durch, bei welcher er neben den Personendaten auch die dort hinterlegten Festnetz- und Mobilfunknummern erfragte, um die Frau anrufen zu können. Ungeachtet etwaiger disziplinarrechtlicher Ahndung hat der Beamte aber personenbezogene Daten verarbeitet ohne Rechtsgrundlage. Und hierfür hat die Datenschutzaufsicht in Ba-Wü eben ein Bußgeld von 1.500 Euro verhängt.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Gelbes zerbrochenes Vorhängeschloss: © valerybrozhinsky - Fotolia.com