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aus dem Eventrecht

Brennender Schneemann wirft mit Funken um sich

Von Thomas Waetke 13. März 2012

Bei einer traditionellen Winterverbrennung, dem Stabausfest, hat der abgefackelte Schneemann am Sonntag in Grünstadt (Rheinland-Pfalz) nicht mit der gebotenen Gelassenheit reagiert:

Bei der „Winterverbrennung“ wird ein großer Schneemann als Holz u.a. aufgebaut und mit Stroh gefüllt und angezündet. Als die örtliche Feuerwehr dies nun tat, war es windstill – wenige Sekunden später gab es aber einen heftigen Windstoß, der Funken in die hinter einem Absperrgitter stehenden Besucher trieb. Dabei wurden einige Kinder leicht verletzt und mehrere Kleidungsstücke angesengt.

Presseberichten zufolge hat die Gemeinde erklärt, dass es eine 100-prozentige Sicherheit nicht geben könne; ansonsten müsste man auf die Veranstaltung komplett verzichten.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Offenes Feuer – egal ob traditionell oder als „Lagerfeuer“ oder „Grillfeuer“ – führt immer zu einer deutlichen Erhöhung der Verkehrssicherungspflichten durch den Veranstalter.

Andererseits steigt auch die Anforderung an den Besucher, der ja typischerweise das Feuer als Gefahrenstelle erkennt und entsprechende Maßnahmen zu treffen hat, sich davor zu schützen. Denn schließlich muss der Veranstalter den Besucher nicht vor allen erdenklichen Gefahren schützen, der Besucher hat auch stets noch das Risiko, im Rahmen des „Restrisikos“ oder „Allgemeinen Lebensrisikos“ verletzt zu werden.

Es ist also wie so oft eine Frage des Einzelfalls:

Gab es z.B. kurz vorher eine Wetterbeobachtung durch fähige Personen?

Wurde ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten, der für den vorhersehbaren Unfall (z.B. Umfallen der brennenden Holzpuppe) ausreichend groß gewesen wäre?