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Brandschutzmängel im Theater Augsburg

Brandschutzmängel im Theater Augsburg

Von Thomas Waetke 13. Mai 2016

Bei Sanierungsarbeiten im Theater Augsburg hat man festgestellt, dass es eine „Schwachstelle“ beim Brandschutz gibt. Diese führt nun dazu, dass die nächsten Vorstellungen mit zusätzlichem Personal und Löschfahrzeug der Feuerwehr und einem Verbot von Pyrotechnik und offenem Feuer stattfinden. Denn: Die Decke zwischen der im Erdgeschoss befindlichen Garderobe und dem Zuschauerraum soll nicht ausreichend abgesichert sein. Würde im Erdgeschoss ein Feuer ausbrechen, würde der Rauch direkt in den Zuschauerraum gelangen. Die Treppenhäuser führen von oben auch wieder in das im Erdgeschoss befindliche Foyer, wodurch – würde es eben dort brennen – eine Evakuierung des oberen Zuschauerraumen praktisch nicht mehr möglich sei, teilt das Baureferat der Stadt Augsburg mit. Derzeit prüfe man die Möglichkeiten, bis hin zu einer Schließung sei alles denkbar.

Allgemein: In diesem Beispiel trifft man (immerhin) nicht unerhebliche Maßnahmen (5 zusätzliche Feuerwehrleute und ein Löschfahrzeug bei der Vorstellung vor Ort, plus Verbote usw.).

Aber: Interessant wäre die Frage, ob der jeweilige Besucher informiert wird oder werden muss, dass er den oberen Zuschauerraum im Falle eines Feuers im Erdgeschoss möglicherweise nicht mehr verlassen wird können. Erhebliche bauliche Mängel werden nun durch organisatorische Maßnahmen versucht auszugleichen. Da organisatorischen Maßnahmen aber immer eine naturgemäße Schwachstelle innenwohnt (nämlich das Versagen des Menschen) muss die Frage erlaubt sein, inwieweit man den arglos Betroffenen (den Besucher) über das Manko informieren muss; ebenso, ob dem eingesetzten Personal, das die baulichen Mängel ausgleichen soll, diese erhöhte Verantwortung zugemutet werden kann.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Feuerwehren und Hydrant (Symbolbild): © urbans78 - Fotolia.com