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aus dem Eventrecht

Boxendes Känguru: Fragwürdiger Programmpunkt bei Betriebsfeier

Von Thomas Waetke 17. September 2014

Bei einer Mitarbeiterveranstaltung eines Düsseldorfer Unternehmens in Neuss hat es nach einem bizarren Programmpunkt offenbar viele Beschwerden gegeben, mehrere Mitarbeiter verließen protestierend die Veranstaltung: Als ein Programmpunkt der offenbar ca. 300.000 Euro teuren Veranstaltung wurde ein Känguru in den Saal geführt, das Boxhandschuhe trug. Das Tier sollte gegen seine Trainerin „kämpfen“.

 

Das Veterinäramt der Stadt Neuss hat  Ermittlungen eingeleitet. Zwar soll die Trainerin eine grundsätzliche Lizenz für Vorführungen mit dem Känguru haben, jedoch soll sie mehrere Auflagen missachtet haben. Da das Känguru habe Fahrstuhl fahren müssen, es in dem Saal sehr laut gewesen und die Gäste bereits betrunken gewesen seien, hätte man die Vorführung niemals genehmigt, so das Veterinäramt.

 

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke

Tiervorführung in der Veranstaltung – zum Schutz des Tieres ist eine Zuschaustellung von Tieren grundsätzlich nicht erlaubt.

 

Grundsätzlich ist verboten, ein Tier zu einer Filmaufnahme, Schaustellung, Werbung oder ähnlichen Veranstaltung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind (§ 3 Nr. 6 Tierschutzgesetz).

 

Wer Tiere zur Schau stellen möchte, bedarf der Erlaubnis (§ 11 Abs. 1 Nr. 8 d TierSchG).

 

Quasi als Pendant zum Schutz des Tieres muss der Veranstalter im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht auch für den Schutz der Zuschauer sorgen, damit diese nicht verletzt werden. Er muss dabei damit rechnen, dass das Tier plötzlich ein unberechenbares Verhalten an den Tag legt, bzw. ein Zuschauer das Tier erschreckt und damit zu einem unberechenbaren Verhalten provoziert.

 

Bildnachweis: © julien tromeur – Fotolia.com

 

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