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aus dem Eventrecht

Böller gehört nicht ins Dixie-Klo

Von Thomas Waetke 3. Januar 2013

Scherzbolde aufgepasst: Wer einen Böller in eine Dixie-Toilette wirft, wenn dort ein Arbeitskollege sitzt und sich der Kollege dann schwere Verbrennungen zuzieht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.

Das Arbeitsgericht Krefeld hat nun die Kündigung eines Unternehmens für zulässig erklärt, die nach einem missglückten „Scherz“ ausgesprochen wurde. Auf einer Baustelle ging ein Mitarbeiter auf ein Dixie-Klo. Der später gekündigte Mitarbeiter soll einen Böller hineingeworfen bzw. so an der Tür deponiert haben, dass der Böller ins Klo fiel. Der dort sein Geschäft Verrichtende wurde an den Beinen und im Genitalbereich teilweise schwer verbrannt, als der Böller explodierte.

Das Arbeitsgericht Krefeld entschied, dass der pyromanische Scherzbold mit diesen Verletzungen habe rechnen müssen, zumal das Opfer keine Fluchtmöglichkeit hatte.

Wir merken uns: Willst du den Arbeitsplatz behalten, behalte auch den Böller. Im Übrigen dürfte solch ein „Scherz“ auch zum Verlust der Freundschaft zwischen dem Böllerwerfer und dem an empfindlichen Stellen Verbrannten führen.

Abgesehen von der arbeitsrechtlichen Frage, ob solch ein Verhalten eine Kündigung rechtfertigt, löst es auch zivil- und strafrechtliche Folgen aus:

1. Zivilrecht

Der Verletzte kann vom Böllermann Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen (§ 823 BGB): Es ist nämlich nicht erlaubt, jemandem einen Böller auf den Schoß zu werfen, wenn der gerade sein Geschäft macht.

2. Strafrecht

Im Strafrecht geht es um die individuelle Vorwerfbarkeit: Wären die Folgen konkret für diesen Täter eben wirklich nicht vorhersehbar gewesen, dann könnte man ihn auch nicht bestrafen. Wer allerdings einen Böller in ein kleines, von allen Seiten umschlossenes Plastikhaus wirft, muss damit rechnen, dass sich derjenige verletzt, der in dem Plastikhaus ist. Hier kommt strafrechtlich also eine Körperverletzung in Frage (evtl. auch eine gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 oder 5 Strafgesetzbuch), je nach Sprengkraft des Böllers kommt auch die Straftat „Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“ in Betracht (§ 308 StGB) sowie ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.