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aus dem Eventrecht

Big Bay Boom oder Little Bümmchen?

Von Thomas Waetke 5. Juli 2012

Der 4. Juli wird in den USA als Unabhängigkeitstag groß gefeiert, u.a. mit großen Feuerwerken. Auch in San Diego gibt es seit vielen Jahren ein großes ca. 20-minütiges Feuerwerk, genannt Big Bay Boom.

Zigtausende Zuschauer freuten sich auf 20 Minuten durchinszenierter Show und mussten erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass es 2012 wohl nur ein kurzes Bümmchen gegeben hat: Nach nicht einmal einer halben Minute war alles vorbei, zu sehen waren nur drei große Fontänen, die Ursache für das Bümmchen ist noch unklar.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Der Veranstalter hat das Feuerwerk ja für einige tausend Euro “eingekauft”. Strenggenommen handelt es sich um einen Werkvertrag, so dass sich die Gewährleistungsregelungen aus dem Werkvertragsrecht ergeben würden (siehe § 634 BGB).

Der beauftragte Pyrotechniker wäre (nach deutschem Recht jedenfalls) verpflichtet,

  • entweder das Feuerwerk in der vollen Länge nachzuholen (das geht aber praktisch nicht immer, da ja die ganze Veranstaltung dann schon vorbei ist),
  • oder einen Teil der bereits erhaltenen Vergütung zurückzuerstatten (bzw. der Auftraggeber könnte mindern, wenn er noch nichts bezahlt hätte),
  • oder Schadenersatz zu leisten (dann müsste der Veranstalter aber nachweisen, dass ihm ein Schaden entstanden ist).

Wäre das Feuerwerk statt vereinbarter 20 Minuten nur 19 Minuten lang gewesen, so würden sich dadurch vermutlich keine Ansprüche für den Veranstalter ergeben. Wenn aber statt 20 Minuten nur wenige Sekunden geleistet werden, dann dürfte man auch von einer Nicht-Erfüllung des Vertrages sprechen.

Würde der Veranstalter dadurch einen Schaden erleiden (z.B. nachweisbarer Imageschaden), und hätte der beauftragte Pyrotechniker zumindest leicht fahrlässig das Nicht-Feuerwerk verursacht, dann würde er sich sogar schadenersatzpflichtig machen (vgl. § 280 Abs. 1 bzw. § 281 Abs. 1 BGB).