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aus dem Eventrecht

Betriebsveranstaltung: Experten gegen Änderungen im Steuerrecht

Von Thomas Waetke 25. November 2014

Die bevorstehende Änderung der steuerrechtlichen Vorschriften zu Betriebsveranstaltungen und Sachlohn wie Gutscheinen hat für viel Widerspruch gesorgt. Bei einer Sachverständigen-Anhörung gestern im Bundestag haben sich die Fachleute gegen die geplanten Änderungen ausgesprochen. So plant der Gesetzgeber, die Freigrenze bei Betriebsveranstaltungen von 110 Euro auf 150 Euro anzuheben. Was auf den ersten Blick eine schöne Sache zu sein scheint, erweist sich bei genauem Hinsehen als kontraproduktiv:

Während die Freigrenze erhöht wird, soll auch die Bemessungsgrundlage verändert werden – d.h. es sollen dann auch Kosten berücksichtigt werden, die bisher nicht berücksichtigt werden mussten, wie z.B. die Kosten der beauftragten Eventagentur. Auch sollen Kosten von Begleitpersonen anteilig dem jeweiligen Arbeitnehmer zugerechnet werden. Unter dem Strich kann damit der Betrieb schlechter stehen als vorher.

Auch beim Sachlohn sprachen sich die Experten gegen die Änderungen aus: Gutscheine sollen künftig wie eine Barzahlung behandelt werden, d.h. der Gutschein des Arbeitgebers für eine Tankfüllung würde dann, wenn er die Freigrenze übersteigt, zu versteuern sein und damit für den Arbeitgeber unattraktiver werden. Bizarrerweise soll aber das Geschenk des Arbeitgebers in Form von Benzin immer noch wie bisher steuervergünstigt behandelt werden: Künftig müsste das Benzin also als Benzin an der Weihnachtsfeier übergeben werden, und nicht mehr in Form eines Gutscheins zum Tanken.