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Betriebsfeier: Abwesenheit von Kollegen geht nicht zu Lasten der Feiernden

Betriebsfeier: Abwesenheit von Kollegen geht nicht zu Lasten der Feiernden

Von Thomas Waetke 3. September 2018

Bei Veranstaltungen für Mitarbeiter schlägt die Keule des Steuerrechts zu: Denn Veranstaltungen sind für einen Arbeitnehmer ein Mehrwert, der mit der normalen Gehaltszahlung vergleichbar ist. Das Finanzgericht Köln hat nun seine Meinung zu einem Dauerstreit beigesteuert: Was passiert, wenn Mitarbeiter zum Fest nicht erscheinen?

Es ging dabei um eine Weihnachtsfeier 2016. Das Unternehmen lud alle Mitarbeiter zu einem gemeinsamen Kochkurs ein, jeder Teilnehmer durfte unbegrenzt Speisen und Getränke verzehren. Von den 27 eingeladenen Mitarbeitern erschienen aber nur 25.

Der Veranstalter berechnete die Zuwendung auf Basis der 27 eingeladenen Mitarbeiter, das Finanzamt wollte aber bei der Berechnung nur die tatsächliche Mitarbeiterzahl zugrundelegen.

Das Finanzgericht Köln setzte sich mit seiner Entscheidung bewusst über eine bundeseinheitliche Anweisung des Bundesfinanzministeriums an die Finanzämter (vgl. Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 14.10.2015, IV C 5 – S 2332/15/100001 (BStBl. I 2015, 832) hinweg. Denn: Es ist nicht nachvollziehbar, warum den anwesenden Mitarbeitern die vergeblichen Aufwendungen für die nicht anwesenden Mitarbeitern zuzurechnen seien. Die Mitarbeiter hätten ohnehin soviel trinken und essen dürfen, wie sie wollten – sie hatten also durch die Abwesenheit der 2 Kollegen keinen Vorteil.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Drei feiernde Mitarbeiter mit Partyhüten: © Picture-Factory - Fotolia.com