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aus dem Eventrecht

Besucherin stürzt Treppe hinunter und stirbt

Von Thomas Waetke 16. November 2011

Eine Besucherin einer Faschingsveranstaltung im schweizerischen Oberrohrdorf wollte auf die Toilette und ist auf dem Weg dorthin eine Treppe heruntergestürzt. Die Frau wurde bei dem Sturz schwer verletzt und verstarb im Krankenhaus.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Bei einem Todesfall ermittelt grundsätzlich die Staatsanwaltschaft wegen zumindest fahrlässiger Tötung. Hier stehen dann wohl der Betreiber der Versammlungsstätte und der Veranstalter im Focus. Schauen wir uns mal an, wie die Sache (nach deutschem Recht) laufen könnte:

Den Veranstalter treffen die Verkehrssicherungspflichten. Dazu gehört bspw., dass eine Treppe vernünftig ausgeleuchtet ist, die Treppenstufen (Höhe und Auftrittsfläche) einigermaßen gleich groß sind, sich ein Geländer an mindestens einer Seite befindet, die Treppe nicht rutschig ist usw.

Umgekehrt darf ein Besucher je nach Art der Versammlungsstätte aber nicht darauf vertrauen, dass die Treppenstufen exakt gleich groß sind und die Treppenkanten nicht bspw. einmal abgebrochen sind usw. Auch muss er je nach Lage der Treppe (bspw. in der Nähe des Eingangs) damit rechnen, dass sie möglicherweise nicht 100% trocken ist. Und schließlich kommt es auch darauf an, ob die Besucherin betrunken war oder nicht.

Es ist also wie so oft eine Frage des Einzelfalls.

Gleiches gilt für den Betreiber bzw. Gebäudeeigentümer.