News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Besucherin stürzt in Fäkaliengrube

Besucherin stürzt in Fäkaliengrube

Von Thomas Waetke 8. Juni 2017

Auf einer Veranstaltung in Großreirath (Bayern) ist am Sonntag eine 18-jährige Besucherin in ein Loch zwischen zwei aufgestellten Toilettenhäuschen gestürzt. Das Loch war nicht abgesichert, unmittelbar vor dem Sturz war das Licht auf dem Veranstaltungsgelände ausgefallen: Die Besucher standen kurzzeitig im Dunkeln.

Nicht dass der Sturz alleine schon schlimm genug wäre, aber die junge Frau hätte sich lieber ein anderes Loch suchen sollen: Es handelte sich um die Fäkaliengrube zwischen den Toiletten. Andere Besucher zogen die junge Frau wieder heraus.

Die Polizei ermittelt nun gegen den Veranstalter wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen.

Tatsächlich ist dieser Fall rechtlich gar nicht soo einfach:

Bei normal beleuchteter Veranstaltungsfläche war die Grube offenbar ausreichend erkennbar. Die Frage ist, inwieweit dem Veranstalter vorgeworfen werden kann, dass es letztlich durch den Stromausfall zu dem Unfall gekommen war: Und damit nämlich auch, inwieweit man der Besucherin vorhalten kann, sich gerade angesichts der Dunkelheit nicht umso vorsichtiger bewegt zu haben. War die Grube nach dem Stromausfall tatsächlich gar nicht mehr sichtbar?

Andererseits war die Absicherung der Grube wohl auch unschwer möglich: Nach dem Unfall hatte der Veranstalter das Loch mit einem Bauzaun abgesichert – also hätte man dies wohl auch vorher machen können.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Toilettenreihe: © BäckersJunge - Fotolia.com