News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Besucher springt bei Beach-Party in Pool: Koma

Von Thomas Waetke 2. Juli 2013

Bei einer Beach Party im österreichischen Tröpolach ist am Sonntag ein 21-jähriger Besucher schwer verletzt worden, als er mit einem Kopfsprung in einen nur 50 cm tiefen aufblasbaren Pool sprang. Er wurde von Security-Mitarbeitern aus dem Pool gezogen und in einem Krankenhaus vorübergehend in ein künstliches Koma gelegt. Könnte man den Veranstalter dafür verantwortlich machen?

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Ob der Veranstalter verantwortlich für den Unfall gemacht werden könnte, hängt von den konkreten Umständen vor Ort ab:

  • War ohne Weiteres erkennbar, dass der Pool nur 50 cm tief war?
  • Wiesen ausreichend erkennbare Schilder auf das Verbot hin, in den Pool zu springen?
  • War Personal vorgesehen, das den Sprung hätte verhindern sollen?

Grundsätzlich muss derjenige, der eine Gefahrenlage schafft, das Erforderliche und Zumutbare tun, damit nichts passieren kann (so genannte Verkehrssicherungspflicht).

Stellt ein Veranstalter einen Pool auf, erhöht der die Gefahrenlage der an sich schon gefährlichen Veranstaltung noch zusätzlich um die Gefahrenlage des Pools. Er muss also mehr Sicherheitsvorkehrungen treffen als bei einer Veranstaltung ohne Pool.

Allerdings muss er dabei keine absolute Sicherheit garantieren. Er muss seine Besucher „nur“ vor solchen Gefahren schützen, die diese nicht selbst ohne Weiteres erkennen und umgehen können.

Beispiel: Stellt der Veranstalter ein Kinderplastik-Planschbecken mit einem Durchmesser von 1,5 Metern und einer Wassertiefe von 20 cm auf, damit die Besucher ihre Füße darin kühlen können, muss er nicht davon ausgehen, dass ein Besucher auf die Idee kommen könnte, mit einem Kopfsprung in das Planschbecken zu hüpfen.

Bei dem Pool in der genannten Beach-Party in Tröpolach handelte es sich aber um einen größeren Pool, dessen Beckenrand knapp hüfthoch war. Die Umrandung war ebenfalls aufblasbar (also nicht fest). Der Pool stand auch frei auf einem Hof: Ein durchschnittlich aufmerksamer Besucher hätte also erkennen können, dass der Pool vermutlich nicht tiefer ist als der Rand des Pools hoch ist. Damit dürfte man das überwiegende Verschulden für den Unfall wohl dem Opfer zuschieben können. Nun käme es sicherlich auch noch auf die Lichtverhältnisse an, ob das Opfer also die Gegebenheiten auch wirklich hat sehen können.