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aus dem Eventrecht

Berlin: Feuer auf Theaterbühne

Von Thomas Waetke 17. Februar 2013

Bei einer Vorstellung im Saalbau Neukölln (Berlin) mussten am Freitag Abend alle 270 Zuschauer das Theater verlassen, als auf der Bühne plötzlich ein Feuer ausbrach. Ein Scheinwerfer war zuvor umgefallen und setze die Bühne bzw. den Bühnenvorhang in Brand.

Die Feuerwehr konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Durch den Schutzvorhang konnte das Feuer auf der Bühne vom Zuschauerraum abgetrennt werden, so dass der Zuschauerbereich ungefährdet geräumt werden konnte. Es wurde niemand verletzt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Der Schutzvorhang soll Besucher nicht vor der schlechten Vorführung schützen.  :-D

Bricht auf der Bühne ein Feuer aus, soll durch den Schutzvorhang verhindert werden, dass Feuer und Rauch in den Zuschauerbereich vordringt. Vor der ersten Vorstellung oder Probe ist der Schutzvorhang täglich zu testen (§ 30 Abs. 1 Betriebsordnung Berlin).

Aufgrund der geringen Größe des Theaters war hier keine Brandsicherheitswache vorgeschrieben (siehe § 35 Abs. 2 Betriebsordnung Berlin).

Wie man an dem Vorfall sehen kann, machen nicht nur die Vorschriften der Versammlungsstättenverordnung (in Berlin finden sich die Vorschriften in der „Betriebsordnung“) durchaus Sinn. Sinnvoll ist es genauso, dass das Personal für solche Fälle unterwiesen wird: Wer macht was? Wo sind die Feuerlöscheinrichtungen und wie funtkionieren sie?

Im Übrigen sind brennbare Materialien von heißen Zündquellen, wie z.B. eben Scheinwerfer, fernzuhalten (§ 27 Abs. 4 Betriebsordnung Berlin bzw. § 33 Abs. 8 MVStättV). Dies ist nicht nur Aufgabe des Betreibers! Im Rahmen der Verkehrssicherungspflichten muss auch der Veranstalter und die Technikfirma, die die Scheinwerfer aufstellt, hierauf achten.