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Beim Geld hört die Freundschaft auf

Beim Geld hört die Freundschaft auf

Von Thomas Waetke 9. Oktober 2019

Wenn es um´s Geld geht, hört die Freundschaft auf. Dieser Spruch betrifft oft auch (ehemalige) Vertragspartner: Am Anfang kam man super miteinander klar, und plötzlich ist man sich spinnefeind. Mündliche Absprachen gelten plötzlich nicht mehr bzw. die Beteiligten leiden unter spontaner Vergesslichkeit.

Ein Beispiel:

Eine Agentur hat sich vertraglich verpflichtet, für ein Unternehmen eine Veranstaltung durchzuführen. Man hat einen ausführlichen Vertrag geschlossen, in dem die verschiedensten Dinge geregelt wurden.

U.a. hieß es darin:

„Der Auftraggeber garantiert dem Veranstalter die Übernahme der veranschlagten Kosten für das Konzert (Kostensicherung), unabhängig von der Zahl der verkauften Eintrittskarten.“

Nach dem Konzert stellte der Veranstalter (die Agentur) fest, dass die Kosten höher waren als veranschlagt. Und schon kam es zum Streit, der letzlich auch vor Gericht landete.

Denn: Man stritt über zusätzliche Kosten und die Frage, ob eine Begrenzung der Kosten vereinbart war oder nicht. Allerdings konnte in dem Beispielsfall die Agentur nicht nachweisen, dass ihr Auftraggeber die Mehrkosten genehmigt hätte – und blieb darauf sitzen.

Man mag jetzt denken, dass einem selbst das nicht passiert wäre – aber letzlich unterschätzt man, dass man sich über nahezu jede Punkt eines Vertrages trefflich streiten kann: Je nachdem, welche Interesse man hat und wie man etwas verstanden haben will…

Wappnen Sie sich für “die Zeit danach”. Ein Vertrag hat ja u.a. den Zweck, bestenfalls Streit zu vermeiden, indem man möglichst klare Formulierungen trifft.

Lesen Sie dazu auch meinen folgenden Beitrag:

Auftrag: Auf die Formulierung kommt es (nicht nur) an

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Stinkfeiner gegen ausgestreckte Hand: © Andrey Popov - Fotolia.com