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aus dem Eventrecht

Bayern: Verletzte bei Oldtimer-Rennen

Von Thomas Waetke 1. Mai 2011

Bei einem Oldtimer-Autorennen in Stadtsteinach (Bayern) sind 11 Zuschauer verletzt worden, als ein Fahrzeug im Zielbereich ins Schleudern kam und in die Zuschauermenge fuhr. Das Rennen wurde daraufhin abgebrochen.

Nach Angaben des Veranstalters hätten die Zuschauer die Absperrung überstiegen und seien noch gewarnt worden, hätten die Warnungen aber ignoriert wären aber stehen geblieben. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Grundsätzlich muss ein Veranstalter das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um Besucher vor Schaden zu bewahren. Dass bei einem Autorennen ein Fahrer die Gewalt über sein Fahrzeug verlieren kann, ist nicht überraschend. Daher muss der Veranstalter an gefährlichen Stellen Sicherheitsmaßnahmen dagegen treffen, ansonsten dafür sorgen, dass Besucher zumindest nicht in die Fahrbahn laufen können, weil sie vielleicht gar nicht die Fahrbahn erkennen.

Insbesondere in Kurvenbereichen verlangt die Rechtsprechung bspw. nicht nur Strohballen/Reifen und Zäune, sondern auch ausreichenden Platz zu den Besucherplätzen, da erfahrungsgemäß hier das Unfallpotential sehr hoch ist.

Welche Maßnahmen konkret geeignet sind, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich darf der Besucher von einem verständigen und vernünftigen Besucher ausgehen.

Einmal unterstellt, der Veranstalter im eingangs geschilderten Rennen hätte die Besucher tatsächlich mehrmals vergeblich aufgefordert, hinter die Absperrung zu treten – dann müsste nun ein Gericht die Frage klären, ob Aufforderungen ausreichen… denn immerhin hat der Veranstalter ja dort eine Absperrung vorgenommen, da er von einer erhöhten Unfallgefahr ausging. Andererseits wären die Besucher ja ausreichend gewarnt gewesen, sowohl durch die Absperrung als auch durch die Warnungen.